Sonnen-Energie schafft Durchbruch nicht

Ein Hausdach in Zürich-Oerlikon: Mit Solarzellen-Platten statt Ziegeln Keystone Archive

Während in verschiedenen Industrieländern die Sonnenenergie boomt, stagniert sie in der Schweiz. Dies zeigen die Marktzahlen des Sonnenergie-Fachverbandes (SOFAS). Nötig sei eine gezielte Förderung der Solarenergie, hiess es an einer Medienkonferenz.

Dieser Inhalt wurde am 18. Juni 2001 - 11:16 publiziert

Die Verkäufe thermischer Sonnenkollektoren blieben mit knapp 51'000 verkauften Quadratmetern praktisch auf Vorjahreshöhe, wie SOFAS an einer Pressekonferenz am Montag (18.06.) in Bern bekannt gab. Der Einbruch der Verkaufszahlen im Jahr 1999 habe sich damit bestätigt.

Das von Energie 2000 (siehe Link) seinerzeit vorgegebene Ziel, zusätzliche 1,5 Mio. Quadratmeter thermische Kollektoren zu installieren, wurde nur zu rund 50 Prozent erreicht.

Mehr Megawatt, aber kaum Wachstums-Chancen

Das Verkaufsvolumen von Solarstrom-Modulen bewegte sich in den Jahren 1993 bis 1997 immer im Bereich von einem Megawatt installierter Leistung. Dieser Wert konnte in den vergangenen Jahren verdoppelt werden. Gründe dafür sind die relativ hohen Bundes-Subventionen. Zudem konnte mit rund 100 Solarstrom-Börsen die Nachfrage gesteigert werden.

Aber: Mit dem neuen Energiegesetz ist die Förderkompetenz vom Bund an die Kantone übergegangen. Weil nur progressive Kantone wie etwa Basel und Genf die Photovoltaik unterstützten, werde dieses Wachstum im laufen- den Jahr kaum weitergehen, sagte SOFAS-Präsident Markus Heimlicher.

Spürbare Einbrüche des Marktes seien damit vorprogrammiert. Das von Energie 2000 seinerzeit vorgegebene Ziel, zusätzliche Solarstrom-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 50 Megawatt zu installieren, sei nur zu einem Drittel erreicht worden.

Am Scheideweg der Energiepolitik?

Die Schweiz drohe damit gegenüber dem Ausland ins Hintertreffen zu geraten. Der Waadtländer FDP-Nationalrat Yves Christen, Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Solarenergie Swissolar, sagte: "Wir stehen am Scheideweg bezüglich unserer Energiepolitik. Wenn wir die Verfassungsaufträge zum Schutz der Umwelt und zur Förderung der erneuerbaren Energien umsetzen wollen, sind die für das Programm `Energie Schweiz' zur Verfügung stehenden 55 Mio. Franken jährlich absolut ungenügend."

Christen forderte deshalb zusammen mit 51 Mitunterzeichnern in einer Motion, die noch in der laufenden Session behandelt werden soll, zusätzliche 100 Mio. Franken jährlich während vier Jahren für ein Förderungsprogramm.

Erfolg in Deutschland

Von positiven Bilanzen berichtete Gerhard Stryi-Hipp vom deutschen Fachverband für Solarenergie (DFS). In Deutschland wurden im letzten Jahr rund 50 Prozent mehr Solarwärme-Anlagen installiert als im Vorjahr. Auch die Solarstrom-Erzeugung stieg rasant.

Den Hauptgrund für den Boom sieht DFS in der Förderpolitik der rot-grünen Regierung. Jede ins öffentliche Netz eingespiesene Kilowattstunde Solarstrom wird dem Produzenten nahezu kostendeckend vergütet, für Photovoltaik-Anlagen werden zinsvergünstigte Darlehen vergeben.

swissinfo und Agenturen

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