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Swissair-Krise kostet gegen 10'000 Stellen

Die Schweizer Luftfahrt ist am Boden und kostet Tausende von Arbeitsplätzen. Keystone

Wegen der Auflösung der SAir-Group haben bis Ende November 3827 Mitarbeitende die Kündigung erhalten. Mehrere Tausend werden folgen.

Dieser Inhalt wurde am 11. Dezember 2001 - 15:49 publiziert

Zwei Monate nach Eröffnung des Arbeitsmarkt-Zentrums Swissair im Flughafen Zürich-Kloten geht der Zürcher Volkswirtschafts-Direktor Ruedi Jeker davon aus, dass SAirGroup-Gesellschaften in der Schweiz rund 5200 Stellen abbauen. Bei Zuliefer-Betrieben und anderen vom Flughafen abhängigen Unternehmen werden zusätzliuch 4000 bis 5000 Stellen gestrichen. Die Realisierung von "Phönix Plus" mit dem Modell 26/26 kostet insgesamt also rund 10'000 Stellen.

swissinfo und Agenturen

Schlimmster Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg

Massive Auswirkungen hatte und hat das Swissair-Debakel auch auf die Reisebranche, wo laut Jeker ein massiver Anstieg von Kurzarbeit registriert wurde. Auch auf die Zürcher Hotellerie sind die Auswirkungen enorm, lebt diese doch zu 80% von Geschäftsreisenden und Touristen aus dem Ausland. In den Monaten Oktober und November erlitt sie den stärksten Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg.

Höchste Quote in der Deutschschweiz

Am Arbeitsmarkt habe sich die Lage innert kurzer Zeit verdüstert, weil die Folgen der Swissair-Krise mit einer allgemeinen konjunkturellen Abkühlung und dem saisonalen Beschäftigungs-Rückgang in Bau und Gastgewerbe einher gingen. Der Kanton Zürich liegt mit einer Arbeitslosenquote von 2,4% um 0.3% höher als der gesamt-schweizerische Durchschnitt. Dazu liegt er an der Spitze der Deutschschweizer Kantone. Alleine im November stieg die Quote um 04%.

Trotzdem ist der Kanton Zürich laut Jeker bisher glimpflich davon gekommen. Könnte die neue Airline nicht zum Abheben gebracht oder müsste sie drastisch reduziert werden, wäre der Verlust Zehntausender von Stellen zu bewältigen. Die Zahlen eines solchen "Worst-case"-Szenario bewegten sich zwischen 21'500 und 35'000 Stellen, sagte Jeker.

Gute Chancen für Ex-SAir-Leute

Immerhin stehen die Chancen der meisten entlassenen SAir-Angestellten im Arbeitsmarkt nicht schlecht, wie Hans Willi, Bereichsleiter Arbeitsmarkt im kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit darlegte. Dies betreffe auch die 360 Piloten, die - im Falle der Realisierung des Modells 26/26 - vom Abbau betroffen sind.

Im Vergleich zu anderen Arbeitssuchenden sind die entlassenen Swissair-Angestellten laut Willi überdurchschnittlich qualifiziert. Die Mehrzahl sei sehr selbständig, auch bei der Arbeitssuche. Ihre sehr hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber Swissair erfordere aber eine grosse Anstrengung, um sich neu zu orientieren und auf eine andere Unternehmenskultur einzustellen. Sehr viele Swissair-Angestellte seien bitter enttäuscht.

swissinfo und Agenturen

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