Swisscom- Sozialplan auf gutem Weg

Swisscom-Gebäude. Keystone

Swisscom und die Personalverbände haben am Donnerstag (29.06.) eine Vereinbarung über die Eckwerte des Sozialplans 2001 bis 2003 abgeschlossen. Damit soll der Restrukturierungsprozess im Kerngeschäft Schweiz möglichst sozialverträglich gestaltet werden.

Dieser Inhalt wurde am 29. Juni 2000 - 12:45 publiziert

Der neue Sozialplan soll das geltende Massnahmenpaket "Perspektiv" Anfang nächsten Jahres ablösen und den geplanten Abbau von weiteren 3000 Stellen bis ins Jahr 2003 abfedern.

Wie die Swisscom und die beiden Gewerkschaften Kommunikation und transfair mitteilten, einigten sich die Sozialpartner darauf, Entlassungen im Kerngeschäft Schweiz "wenn immer möglich" zu vermeiden.

Jeder vom Abbau betroffenen Person soll eine sozial zumutbare Perspektive angeboten werden. Im Vordergrund stehe die rasche Integration in den Arbeitsmarkt oder die Vermittlung einer anderen Lösung.

Weiter heisst es in den Eckwerten für den neuen Sozialplan, dass bewährte Instrumente wie das Gründerprogramm und die Beschäftigungsgesellschaft teilweise modifiziert und weitergeführt werden sollen. Der Sozialplan soll im kommenden Herbst definitiv bereinigt werden.

Die Swisscom-Konzernleitung zeigte sich befriedigt über die rasche Einigung auf die Eckwerte und sprach von einem überaus fairen Leistungspaket.

Die Gewerkschaft Kommunikation wertete die Festlegung des Ziels, Entlassungen zu vermeiden, als grossen Erfolg. Zurückhaltender gab sich die christliche Gewerkschaft transfair und gab zu bedenken, dass man erst den eigentlichen Sozialplan abwarten wolle.

Das Ziel, den Stellenabbau ohne Entlassungen durchzuführen, hatte im vergangenen Frühling bei der Ankündigung des neuerlichen Aderlasses auch der Bundesrat als Hauptaktionär der Swisscom genannt.

Erster Swisscom-GAV kann Anfang 2001 in Kraft treten

Gleichzeitig wurde am Donnerstag bekannt, dass der erste Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Swisscom auf Anfang 2001 in Kraft treten kann. Denn nach der Gewerkschaft transfair stimmte auch die Branchenkonferenz Telecom der Gewerkschaft Kommunikation dem im vergangenen Frühling ausgehandelten Vertragswerk zu, allerdings mit erheblichen Vorbehalten, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Die rund 50 Delegierten hätten insbesondere die bescheidene Arbeitszeitreduktion von 41 auf 40 Wochenstunden und das neue Lohnsystem kritisiert.

Im Falle eines schleichenden Lohnabbaus will die Gewerkschaft nicht bis zum Auslaufen des GAV im Jahre 2003 zuwarten, wie es heisst. Den Bundesrat forderte die Gewerkschaft auf, den Swisscom-GAV für die gesamte Telekombranche allgemeinverbindlich zu erklären.

Der GAV ersetzt die bisherigen öffentlichrechtlichen Anstellungsverhältnisse und gilt während drei Jahren für rund 17'000 Swisscom-Angestellte.

Bei den Löhnen wird die Leistungskomponente verstärkt. Die Ferien werden verlängert und neue Arbeitszeitmodelle ermöglicht. Die Gewerkschaft transfair hatte dem GAV am vergangenen 20. Juni zugestimmt, mit dem Vorbehalt dass die nun erfolgte Einigung auf die Eckwerte des neuen Sozialplans zu Stande komme.

swissinfo und Agenturen

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