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Swissmetal-Chef droht mit Abbau des Boillat-Werks

Martin Hellweg, Chef von Swissmetal, warnt vor einem weiteren Streik.

(Keystone)

Der Konzernchef von Swissmetal, Martin Hellweg, warnt vor einem weiteren Streik in Reconvilier. Dies würde zu fristlosen Entlassungen führen.

Die Personalkommission von Boillat wird sich am Montag zu den von einem unabhängigen Experten erarbeiteten Vorschlägen äussern, die von der Direktion und der Gewerkschaft begrüsst wurden.

Swissmetal-Chef Martin Hellweg warnt die Beschäftigten des Werks in Reconvilier im Berner Jura vor einem weiteren Streik. Die Beteiligten würden fristlos entlassen, die Produktion in der "Boillat" würde eingestellt.

Mit dieser gegenüber der "SonntagsZeitung" geäusserten Drohung macht Hellweg Druck auf das Personal des Werks, das am Montag über die Vorschläge des Mediators Rolf Bloch zur Beilegung des Arbeitskonflikts entscheidet.

Die Personalkommission steht Blochs Vorschlägen ablehnend gegenüber, während die Gewerkschaft Unia und die Swissmetal-Führung darauf eintreten wollen. Auf die drohende Gefahr eines weiteren Streiks angesprochen, sagte Hellweg: "Das ist ausserhalb unseres Koordinatensystems."

"Boillat" zur Logistik-Basis degradieren

"Bei einer Weiterführung des Streiks müssen wir die streikenden Mitarbeiter fristlos entlassen", warnte Hellweg. Das Werk in Reconvilier würde dann lediglich noch als Logistik-Basis gebraucht. "In einem solchen Fall sprechen wir von 20 Mitarbeitern und nicht - wie jetzt - von 200."

Der von Mediator Rolf Bloch eingesetzte unabhängige Experte Jürg Müller glaubt aber immer noch an eine Lösung des Arbeitskonflikts. Es sei nötig, dass die Streitparteien wieder lernten, miteinander zu kommunizieren, sagte er in einem Interview mit dem "Journal du Jura" vom Samstag.

Vertrauen muss wieder aufgebaut werden

Das gegenseitige Vertrauen müsse wieder aufgebaut werden. Müller forderte die Swissmetal-Leitung auf, offen und aufrichtig zu kommunizieren. Gleichzeitig appellierte er an die Loyalität der Swissmetal-Angestellten gegenüber der Direktion.

Die beiden Konflitkparteien müssten sich darüber im Klaren sein, dass es um die Rettung des Werks "La Boillat" gehe. Nur das zähle. Es gehe nicht um die Frage, wer Recht behalte.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Swissmetal stellt hochwertige Produkte aus Kupfer und Kupferlegierungen her für die Elektro-, Automobil-, Schreibwaren- und Uhrenindustrie sowie für Luftfahrt und Telekommunikation.

Die Direktion hat Ende 2005 angekündigt, dass die Giesserei in Reconvilier im Berner Jura, geschlossen und nach Dornach im Kanton Solothurn verlegt werden soll.

Das Werk in Reconvilier soll sich künftig auf die Herstellung von hochwertigen Seilen und Stäben beschränken.

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Fakten

16. 11. 04: Angestellte der Swissmetal Reconvilier streiken und demonstrieren gegen die Entlassung des Direktors.
25.01.06: Erneuter Streik gegen die von der Direktion angekündigten Restrukturierungs-Massnahmen.
09.02.: Der Industrielle Rolf Bloch wird Mediator im Konflikt.
23.02.: Das Personal beschliesst, den Streik auszusetzen.
24.03.: Swissmetal entlässt 111 Angestellte.
04.04.: Rolf Bloch beschliesst, einen unabhängigen Experten beizuziehen, der Vorschläge erarbeiten soll, wie die Zukunft des Werks gesichert werden kann.
15.06.: Der Expertenbericht von Jürg Müller wird von der Gewerkschaft Unia und der Direktion von Swissmetal begrüsst.

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