Tell bewegt

Vor einer Woche berichtete swissinfo von einer unglaublichen archäologischen Entdeckung: Dem Grab von Wilhelm Tell, gefunden bei NEAT-Bauarbeiten.

Dieser Inhalt wurde am 07. April 2003 - 22:05 publiziert

Der Blick aufs Datum - 1. April - machte es klar: Es war ein Scherz. Feedback darauf gab es in Rekordmengen.

"Ich habe die Geschichte bis zum Schluss geglaubt, hätte mich nicht meine Frau auf das Datum aufmerksam gemacht", schrieb ein Leser aus Argentinien. "April, April, April! Köstlich", kommentierte ein swissinfo-Besucher aus der Schweiz.

Dass swissinfo die Lesenden in den April schickte, führte zu einer rekordverdächtigen Flut von Feedback-Mails: Zahlreiche Leserinnen und Leser meldeten sich aus allen Teilen der Welt. Oft trugen sie den Witz weiter.

Tells Familie meldet sich

Die "Ehefrau von Wilhelm" gratulierte zum gelungenen Scherz, und "Winkelrieds Enkel" meldete sich aus Kalifornien in den USA. Von den Salomon-Inseln - laut eigenen Angaben - wurde nach dem genauen Todesdatum des Volkshelden Tell gefragt und ob dieses vielleicht am 1. April 2004 veröffentlicht würde.

Ein Journalist einer Redaktion in der Bundesstadt meldete, dass diese Geschichte so neu nicht sei: "Denn NEAT ist eigentlich die Abkürzung für 'Neue Eisenbahn und Archäologischegesellschaft Tell'."

Während die meisten Leserinnen und Leser sich amüsierten und dem Autoren gratulierten, konnte sich ein Mann mit technisch-wissenschaftlichem Hintergrund wenig freuen: "Das war doch zu offensichtlich ein Aprilscherz", schrieb er.

Traditioneller Scherz in den Medien

swissinfo hatte beschlossen - trotz der wenig lustigen Weltlage - am 1. April bewusst eine Falschmeldung zu publizieren, wie auch viele andere Schweizer Medien.

Das Schweizer Fernsehen vermeldete beispielsweise, dass neuerdings Hundekot in Basel auf Gehsteigen per DNA-Analyse untersucht und per Datenbank fehlbaren Herrchen und Frauchen zugeordnet würde.

Beliebt waren die Segler der Alinghi: "Der Bund" berichtete von einer neuen Sondermarke der Schweizer Post, die dem unterlegenen Team New Zealand gewidmet sei - auf der 70-er-Marke für die langsamere B-Post, wohlverstanden.

Der "Zürcher Oberländer" berichtete von einem Alinghi-Training auf dem Pfäffikersee, "Hitradio Z" sichtete die Yacht auf dem Zürichsee. Gemäss dem Bieler Privatradio "Canal 3" war das Schiff indes auf dem Bielersee zu bewundern. "Radio Argovia" lockte mit demselben Scherz die Segelfans an den Hallwilersee. Westschweizer Medien sichteten die Alinghi an mehreren Orten auf dem Genfersee.

Expo.02 und Formel-1

Auch Jean Nouvels Expo-Monolith war gleichzeitig an zwei Orten: Die "Schaffhauser Nachrichten" und der "Rheintaler" berichteten, er werde künftig in Schaffhausen beziehungsweise im sanktgallischen Berneck stehen.

Das Regionaljournal Aargau/Solothurn von Schweizer Radio DRS vermeldete einen geplanten Formel-1-Circuit in Aaarau - die gesuchten Streckenhelfer meldeten sich prompt.

Mehrere Medien griffen auf "Deutschland sucht den Superstar" zurück: Die "Zuger Presse", das Innerschweizer "Radio Sunshine", die "Rheintalische Volkszeitung" und das Solothurner "Radio 32" berichteten von Castings für eine Schweizer Version des TV-Publikumserfolgs.

swissinfo

Fakten

Wilhelm Tell, Schweizer Nationalheld, erstmals erwähnt im "Weissen Buch von Sarnen" um 1470. Bekannt für seinen "Apfelschuss".

Von Friedrich Schiller 1804 literarisch verewigt.

Dass er auch ausserhalb der Buchdeckel lebte, gilt als keineswegs gesichert.

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