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Tiertransporte verstossen oft gegen das Gesetz

Tierschutz fordert schärfere Kontrollen bei Tiertransporten.

(Keystone)

Nur einer von fünfzehn Tiertransporten auf der Strasse hat laut Kontrollen des Schweizer Tierschutzes (STS) im letzten Jahr die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten.

Deshalb fordert die Organisation von den Kantonen eine Verstärkung der Kontrollen.

Die Kontrollen hätten zu insgesamt 248 Beanstandungen geführt, sagte Cesare Sciarra, Leiter STS-Kontrolldienst, am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Brunegg im Kanton Aargau.

Bei den Transporten zu den Schlachthöfen würden vor allem die Vorgaben der Tierschutzgesetzgebung verletzt. Bei fast jedem zweiten Verstoss hatte der Transport des Tieres negative Folgen für dessen Wohlbefinden.

Schmerzvolle Zustände für die Schlachttiere führten zu weiteren 47 Beanstandungen. 101 der 248 Beanstandungen sprach der STS wegen falschen oder zu kleinen Beschriftungen der Ladeflächen aus. Der unabhängige Kontrolldienst wird vom Bund offiziell anerkannt.

Kantone sind gefordert

Bei den Kontrollen von Tiertransporten durch die Kantonsbehörden bestehen gemäss STS Schwierigkeiten. Veterinärämter, Polizeien und Strassenverkehrsämter seien überlastet oder verfügten nicht immer über das notwendige Fachwissen.

Der Schweizer Tierschutz hofft, dass sich die Situation mit dem revidierten Tierschutzgesetz verbessert. Tiertransporte dürfen höchstens noch sechs Stunden dauern. Das Gesetz ist noch nicht in Kraft.

Die grossen gewerblichen Transporteure hätten in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, sagte die Aargauer Kantonstierärztin Erika Wunderlin an der Medienkonferenz. Die kleinen und nicht gewerblichen Transporteure müssten weiter geschult werden.

Chefs geben den Ton an

Die Qualität der Tiertransporte hänge von der Mentalität und Einstellung der leitenden Personen einer Firma ab, sagte Sciarra.

Es beständen grosse Unterschiede. Wenn das Geld im Vordergrund stehe, zwinge der Disponent den Chauffeur, ein paar Schweine mehr aufzuladen.

Dringende Reparaturen würden zurückgestellt und ungeeignete Fahrzeuge weiter verwendet. Beim Transport würden sich die gestressten Tiere überhitzen und verletzten.

Ungenügende Kenntnisse des natürlichen Verhaltens der Tiere führten zu Verzögerungen beim Treiben und Verladen. Dabei würden auch Mistgabeln eingesetzt oder tierquälerische Mittel wie das Eindrehen oder das Quetschen des Schwanzes angewendet.

200'000 Tiere Pro Arbeitstag

Pro Jahr werden nach Angaben des STS in der Schweiz rund drei Millionen Kälber, Kühe, Rinder und Schweine sowie weitere Vierbeiner auf der Strasse zu den Schlachthöfen transportiert. Auch 20 Millionen Hühner werden zur Schlachtbank befördert.

Mitsamt den Zuchtvieh- und Jungtiertransporten werden in der Schweiz pro Jahr 40 Millionen Nutztiere befördert. Der STS schätzt, dass an jedem Arbeitstag rund 200'000 Nutztiere auf der Strasse unterwegs sind.

Gegen internationale Transporte

Vehement wehrt sich der STS gegen die geplante Aufhebung des Verbots von internationalen Tiertransporten durch die Schweiz.

Die Aufhebung sei "tierquälerisch" sowie "seuchenhygienisch und verkehrstechnisch eine äusserst problematische Massnahme", hatte der STS in der Vernehmlassung kritisiert. Das Verbot solle erhalten bleiben.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der Schweizer Tierschutz (STS) wurde 1861 gegründet. STS-Sektionen sind praktisch in allen Kantonen der Schweiz tätig.

Er nimmt wegen dieser breiten Verankerung seine Aufgaben auch auf nationaler und internationaler Ebene wahr.

Der STS ist Mitglied der Welttierschutzgesellschaft und der EuroGroup, einer Vereinigung der grossen nationalen Tierschutz-Organisationen Europas.

Er finanziert sich über Gönnerbeiträge und Spenden. Er erhält keine Subventionen oder staatliche Zuwendungen.

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