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Tour de Romandie markiert Wende im Rennkalender

Jan Ullrich bei der Tour de Suisse 2005.

(Keystone Archive)

Am Dienstag starten die Radprofis in die Tour de Romandie. Das Rennen läutet nach den Eintagesrennen die Saison der grossen Rundfahrten ein.

Seit 60 Jahren holen sich die Fahrer in der Westschweiz den letzten Schliff für den Giro d'Italia und die Tour de France. Doch die Zukunft ist unsicher.

Der Belgier Eddy Merckx, der Franzose Bernard Hinault, aber auch die Schweizer Ferdi Kübler, Hugo Koblet, Tony Rominger, Pascal Richard und Laurent Dufaux: Die Siegerliste der Tour de Romandie umfasst einige der grössten Champions des Radsports.

Die klingenden Namen ziehen jeweils unzählige Zuschauer entlang der Westschweizer Strassen an. Das Mehretappen-Rennen profitiert dabei auch von seiner günstigen Lage im internationalen Rennkalender.

"In den 1980er-Jahren haben die Rennfahrer alle Rennen bestritten. Sie kamen hierher, um sich auf den Giro oder die Tour de France vorzubereiten", sagt Jean Voellmy, seit 25 Jahren zuständig für den Streckenplan.

Am Dienstag beginnt Jan Ullrich seine Rennsaison. Der Deutsche hat dieses Jahr nur ein Ziel: Seinen Sieg an der Tour de France 1997 wiederholen. " Die Fahrer bauen hier ihre Form auf und trainieren die Zusammenarbeit innerhalb der Teams", so Voellmy.

Viele Anwärter auf den Sieg

Nach den klassischen Eintagesrennen wie Paris-Roubaix, die Flèche Wallonne oder Lüttich-Bastogne-Lüttich steht bei den Equipen nun die Vorbereitung auf die Tour de France im Vordergrund. Es folgt eine Reihe weiterer solcher Rundfahrten, die alle im Zeichen der Vorbereitung auf die "Grande boucle" im Sommer stehen: Giro d'Italia, Katalonien-Rundfahrt, Dauphiné Libéré und natürlich die Tour de Suisse.

Obwohl die Tour de Romandie "nur" 5 Tage dauert, umfasst sie alle Elemente einer grossen Rundfahrt: Prolog, Zeitfahren, Bergetappe sowie eine Etappe für die Sprinter.

"Für den Sieg kommen viele Fahrer in Frage, man muss ihre Ambitionen genau im Auge behalten", sagt der ehemalige Schweizer Profi Richard Chassot.

In Frage kommt für ihn auch ein Vertreter der zweiten Garde. "Die grossen Fahrer haben alle ihre eigene Ziele, auf die sie sich momentan mit letzter Konsequenz vorbereiten." Nicht alle nehmen deshalb an der Tour de Romandie teil.

Unsichere Zukunft

Chassot steht an der Spitze einer Gruppe von Westschweizer-Investoren und Geschäftsleuten, die den Fortbestand des Rennens sichern wollen. Denn dessen Zukunft ist im Moment unsicher. Die International Management Group (IGM), die das Rennen seit 2002 organisierte, zieht sich zurück.

Die IMG besass zwar einen Vertrag bis 2011, sie machte jedoch von einer Klausel Gebrauch, nach der sie bereits vor 2007 als Organisatorin aussteigen kann.

Für Renndirektor Armin Meier handelt es sich um einen "strategischen" Entscheid. "Wir von der IMG lieben den Radsport, und es war sehr schwierig, den Schlussstrich zu ziehen", so Meier. Aber die Sponsoren seien an einem kleinen Rennen nicht sonderlich interessiert gewesen.

Die Organisations-Rechte für die Tour de Romandie werden durch die Stiftung Arc-en-Ciel des Internationalen Radsport-Verbandes (UCI) vergeben. Momentan ist der Westschweizer Radsport-Verband Inhaber dieser Rechte. Er hatte die IMG mit der Durchführung des Rennens betraut.

Auch wenn eine Lösung gefunden werden sollte, stellen sich Fragen: Gehört die traditionelle Tour de Romandie auch noch nächstes Jahr zur ProTour? Diese umfasst die besten Teams des Profi-Radsports, und deren Teilnahme an allen Rennen der Serie ist obligatorisch.

Unklar bleibt auch, ob das Rennen weiterhin vom Westschweizer Fernsehen übertragen wird. Schliesslich stellt sich die Frage, ob auch künftig die besten Mannschaften und Fahrer auf den Strassen der Westschweiz kämpfen?

Die Antworten müssen in den nächsten Wochen gefunden werden. Doch vorerst treten die Fahrer in die Pedale.

swissinfo, Mathias Froidevaux
(Übertragung aus dem Französischen: Renat Künzi)

Fakten

Die 60. Tour de Romandie findet vom 25. – 30. April statt.

Sie führt insgesamt über 656,3 Kilometer und über eine Höhendifferenz von 7393 Meter.

22 Teams nehmen daran teil.

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In Kürze

Die Tour de Romandie ist ideal zwischen den Eintagesrennen und den grossen Rundfahrten platziert.

Sie dauert lediglich 5 Tage, umfasst aber gleichwohl alle Elemente einer Rundfahrt: Prolog, Zeitfahren, Bergetappe sowie eine Etappe für die Sprinter.

Zu den Siegern der Tour de Romandie gehören berühmte Schweizer Radrennfahrer wie Ferdi Kübler (1948, 1951), Hugo Koblet (1953), René Strehler (1955), Kurt Gimmi (1959), Rolf Maurer (1964), Jorg Müller (1985), Tony Rominger (1991, 1994), Pascal Richard (1993, 1995) und Laurent Dufaux (1998).

Die Liste der Sieger umfasst aber auch den Belgier Eddy Merkx, die Franzosen Bernard Thévenet, Bernard Hinault und Laurent Jalabert oder den Irländer Stephen Roche.

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