UBS-Tochter unter Beschuss

Nach der Credit Suisse gerät nun auch die UBS mit ihrer US-Tochter PaineWebber in den Strudel des Enron-Debakels in den USA. Keystone

Die Pleite des US-Energieriesen Enron zieht weitere Kreise. Gegen die UBS-Tochter PaineWebber ist in den USA eine Sammelklage eingereicht worden.

Dieser Inhalt wurde am 05. April 2002 - 14:57 publiziert

UBS-Mediensprecher Christoph Meier bestätigte am Freitag einen Bericht der Wirtschaftszeitung "Cash", wonach in Houston eine Sammelklage eingereicht worden sei. Die Grossbank erachte sie jedoch als aussichtslos.

PaineWebber werde sämtliche Rechtsmittel ausschöpfen, um die Klage zu bekämpfen. Dass sich die Schadenersatz-Forderung auf mehrere hundert Mio. Dollar belaufe, wie "Cash" schreibt, konnte Meier hingegen nicht bestätigen: "Es ist uns keine Summe bekannt."

Schwerer Vorwurf

Der US-Investmentbank wird vorgeworfen, sie habe Enron-Aktien noch zum Kauf empfohlen, als die finanziellen Probleme des Konzerns bereits bekannt gewesen seien. Gehandelt habe PaineWebber aus Eigeninteresse, weil das Institut von der Strong-Buy-Empfehlung finanziell profitiert habe.

Die Kläger verweisen gemäss Zeitungsbericht unter anderem auf einen Finanzberater von PaineWebber, der entlassen worden sei, nachdem er Enron-Angestellte via E-Mail zum raschen Verkauf ihrer Enron-Aktien geraten habe - entgegen der offiziellen Kaufempfehlung seines Hauses.

Den Vorwurf, die Bank habe eine kritische Stimme zum Schweigen gebracht, weist UBS-Sprecher Meier zurück. Der Finanzberater sei entlassen worden, weil er Standesregeln und interne Weisungen missachtet habe. Demnach müssten Massen-E-Mails vor dem Versand der Geschäftsleitung vorgelegt werden.

swissinfo und Agenturen

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