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Umweltorganisationen verlangen Gentech-Moratorium

Umweltorganisationen befürchten, dass in der Schweiz bald transgener Mais angebaut werden darf.

(Keystone)

Den Umweltorganisationen geht der ständerätliche Vorschlag eines Moratoriums für den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft zu wenig weit. Sie warnen vor der Verwendung von transgenen Nutzpflanzen in der Schweiz.

Pro Natura, WWF Schweiz und die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG) fordern ein klares Moratorium. Die Ausschlusskriterien im ständerätlichen Vorschlag seien zu wenig hart, um den Anbau einzelner transgener Pflanzen dauerhaft zu verhindern, hiess es am Freitag (30.03.) an einer Medienkonferenz.

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Ständerates hatte zu Beginn des Jahres ein absolutes Gentechnik-Moratorium abgelehnt, sich aber für eine strikte Regelung ausgesprochen.

Umweltorganisationen warnen

Wichtige Kriterien seien im ständerätlichen Vorschlag nicht vorhanden, meinten die Umweltorganisationen. Die Kontrolle der Vermehrung und Kreuzung, Sicherheiten für Mensch, Tier und traditionelle Landwirtschaft, ethische Verantwortung und ökologischer Nutzen müssten bei der Bewilligung von gentechnisch veränderten Pflanzen stärker berücksichtigt werden.

"Wir müssen in absehbarer Frist damit rechnen, dass transgene Zuckerrüben, Tomaten oder transgener Mais in der Schweiz angebaut werden darf", warnte Bernadette Oehen, Spezialistin für Gentechnik beim WWF. Pro Natura, WWF Schweiz und die SAG hoffen, dass der Ständrat nochmals über die Bücher geht.

Mit Studien zu den Auswirkungen der Gentech-Landwirtschaft auf die Natur will Pro Natura auf Risiken aufmerksam machen. Die Risikoforschung werde zu wenig intensiv betrieben. Die Prozesse, die die Gentechnik in einer Pflanze auslösen kann, seinen noch zu wenig bekannt.

"Unberechenbar"

Nach den Worten von Beat Jans, Landwirtschaftsexperte bei Pro Natura, sind die Gentechnik-Produkte unberechenbar. Transgene Pflanzen gäben ihre fremden Gene via Pollenflug an verwandte Wildpflanzen weiter. Sie zögen nicht nur Schädlinge, sondern unbeabsichtigt auch andere Lebewesen in Mitleidenschaft.

Transgene virus-resistente Pflanzen führten zur Entstehung von neuen, gefährlichen Pflanzenviren. Mit dem kombinierten Einsatz von Totalherbiziden und transgenen herbizid-resistenten Pflanzen entstünden zudem neue Unkräuter, für deren Bekämpfung zusätzliche Herbizide gespritzt werden müssten.

Eine massive Reduktion des Herbizid- und Insektizid-Einsatzes konnte noch nicht in Studien nachgewiesen werden, bemängelten die Umweltorganisationen. Gemäss Studien des US-Landwirtschafts-Ministeriums sei in gewissen Regionen auf Gentech-Feldern der Herbizidverbrauch sogar angestiegen.

Noch ist ein Moratorium nicht vom Tisch. Ein Minderheitsantrag der Kommission wird im kommenden Juni im Ständerat diskutiert.

swissinfo und Agenturen


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