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Unfall von Nick Heidfeld glimpflich abgelaufen

Der Unfall von Nick Heidfeld und Takuma Sato ist glimpflich ausgegangen.

(Keystone Archive)

Michael Schumacher gewann den Grand Prix von Österreich. Das Rennen wurde von einem Unfall von Sauber-Fahrer Nick Heidfeld überschattet.

In der 28. von 71 Runden schien der Ausgang des Rennens zur Nebensache zu verkommen.

Nick Heidfeld verlor an der schnellsten Stelle des A1-Rings, an der Geschwindigkeiten von über 300 km/h erreicht werden, nach einem misslungenen Brems-Manöver die Kontrolle über den C21 und schlitterte in der "Remus"-Kurve mit voller Wucht rückwärts in den Jordan mit Takuma Sato, der seitlich auf Höhe des Cockpits getroffen wurde.

Er habe vor sich nur eine Rauchwolke gesehen, nachdem Alex Yoong im Minardi früh und hart gebremst habe, berichtete Heidfeld. "Ich habe das Bremspedal zu stark gedrückt, zumal die Bremsen nach der ersten Safety-Car-Phase noch zu kalt waren."

Unfall vor den Augen der Mütter

Sowohl der Deutsche, der zu jenem Zeitpunkt als Fünfter hervorragend unterwegs war, als auch der Japaner hatten Glück im Unglück: Heidfeld klagte lediglich über Schmerzen im Knie, bei Sato wurden im Landes-Krankenhaus in Graz schwere Prellungen am ganzen Körper und eine leichte Blutung im Bauchraum diagnostiziert.

Heidfeld wurde zu weiteren Untersuchungen nach Zürich geflogen. Den Unfall mussten auch die beiden Mütter vor Ort erleben. Unter anderen hatten Angelika Heidfeld und Akiko Sato von der noblen Geste der Organisatoren am A1-Ring Gebrauch gemacht, die zum Muttertag die Mütter der Formel-1-Fahrer eingeladen hatten.

Die sechste Saisonprüfung hatte für das Sauber-Team, das nach den Plätzen 5 und 7 im Qualifying mit Punkte-Zuwachs rechnen durfte, bereits denkbar schlecht begonnen. Felipe Massa geriet kurz nach dem Start von der Strecke und beschädigte dabei hinten links die Radaufhängung. Der Brasilianer kam nur sieben Runden weit.

Anfangs machte sich Langweile breit

Der Safety-Car hatte wegen eines Motorschadens am BAR-Honda von Olivier Panis ein erstes Mal ausrücken müssen. Der Franzose war nach einem Motorschaden und anschliessendem Dreher mitten auf der Start-Ziel-Geraden stehen geblieben.

Vor Panis' Missgeschick schien sich Langeweile breit zu machen, zumal sich Barrichello und Michael Schumacher, der beim Start seinen Bruder Ralf zu überholen vermochte, bereits um über eine halbe Minute von der Konkurrenz abgesetzt hatten.

Ferrari hatte sich als einziges Topteam zu einer Zwei-Stopp-Strategie entschlossen, so dass die Fahrer geringere Benzinmengen an Bord hatten, die Autos dadurch leichter und schneller waren.

Pfeifkonzert und Buhrufe

Der zweite Ferrari-Doppelerfolg in dieser Saison (nach Imola) hätte keine hohen Wellen geworfen, wenn sich Rubens Barrichello nicht der Stallorder hätte beugen müssen. Der aus der Pole-Position gestartete Brasilianer hatte vom ersten Meter an geführt und wäre auf normalem Weg nicht zu schlagen gewesen.

Am Funk wurde ihm dann aber mitgeteilt, dass er seinen Stallgefährten passieren lassen müsse. Dieser aus sportlicher Sicht fragwürdige Entscheid stiess natürlich auf Unverständnis. Die Zuschauer liessen ihrem Unmut mit einem gellenden Pfeifkonzert freien Lauf, die Pressekonferenz wurde von Buhrufen begleitet.

Auf diese Weise habe er nicht gewinnen wollen, sagte Michael Schumacher. "Ich weiss, dass dies kein populärer Entscheid war. Doch stellen Sie sich vor, wir hätten am Ende der Saison wegen diesen Punkten den Weltmeistertitel verpasst. Wir Fahrer haben damit nichts zu tun. Wir haben erst in der letzten Runde davon erfahren."

Enttäuschung bei Barrichello

Der Titelhalter hat mit seinem 58. Grand-Prix-Sieg, dem fünften in dieser Saison, den letzten Makel in seinem Palmarès beseitigt. Der A1-Ring war die einzige der aktuellen Strecken in der Formel 1, auf der er noch nie gewonnen hatte.

In der WM-Zwischenwertung hat Schumacher nunmehr bereits doppelt so viele Punkte (54) wie der zweitplatzierte Juan Montoya, der gestern vor seinem Teamkollegen Ralf Schumacher Dritter wurde.

Barrichello war die Enttäuschung verständlicherweise anzusehen, beklagen wollte sich der Brasilianer aber nicht: "Ich respektiere diesen Entscheid. Ich tat das, was mir befohlen wurde." Im Vorjahr hatte Ferrari Gleiches schon einmal praktiziert. Damals hatte Barrichello Michael Schumacher auf Platz 2 vorfahren lassen müssen.

Erste Punkte für Jordan

Die Ausgangslage im Kampf um Platz 4 in der Teamwertung blieb unverändert, zumal Renault wie Sauber leer ausging. Jenson Button wurde Siebter, und Jarno Trulli wurde wegen fehlenden Benzindrucks zur Aufgabe gezwungen.

Dagegen gewann Jordan die ersten Punkte in dieser Saison. Nach Satos Unfall hielt sich die Freude bei den Briten nach Giancarlo Fisichellas 5. Rang indes in Grenzen.

swissinfo und Agenturen

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