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UNRWA eröffnet Verbindungsbüro in Genf

Die UNRWA hilft palästinensischen Flüchtlingen.

(Keystone Archive)

Das UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) hat am Dienstag (06.03.) in Genf ein Verbindungsbüro eröffnet. Es soll den Kontakt zu anderen humanitären Organisationen und zu Gebern erleichtern. Die Schweiz unterstützt die UNRWA.

UNRWA-Leiter Peter Hansen hat in Bern Gespräche mit Vertretern des Schweizer Aussenministeriums geführt. An einer Medienkonferenz in Bern, an der auch Walter Fust, Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), zugegen war, sprach Hansen über die Verschlimmerung der Lage im Gazastreifen und im Westjordanland infolge der Intifada und der israelischen Sperr-Massnahmen.

Schwere Folgen der israelischen Blockade

Der neue Gewaltausbruch in Israel und den palästinensischen Gebieten hat in erster Linie für die Bevölkerung schwere Konsequenzen. Hansen erwähnte die etwa 400 Todesopfer und die zahlreichen Verletzten, besonders aber auch den wirtschaftlichen Schaden für die Palästinenser, der seit dem letzten Oktober eine Milliarde Dollar übersteigen dürfte.

Wegen der drastischen Sperrmassnahmen Israels gegenüber den palästinensischen Gebieten hat die UNRWA immer wieder protestiert und ist bei Israel vorstellig geworden. Allerdings sei man bisher nicht mit dem Argument durchgekommen, dass eine Entschärfung der sozialen Situation im Interesse aller läge, sagte Hansen.

Überdies informierten UNRWA-Leiter Hansen und DEZA-Direktor Walter Fust über die Tätigkeit ihrer Organisationen. Das Hauptgewicht des Engagements liege bei der Bildung und bei der Gesundheitsversorgung.

Geldmangel

In der derzeitigen schwierigen Lage hat die UNRWA bereits zum zweiten Mal ein besonderes Nothilfeprogramm und einen Appell zur Finanzierung seiner Kosten von 37 Mio. Dollar lanciert. Bis Ende Jahr droht nach Angaben des Leiters ein Defizit von 60 bis 65 Mio. Dollar. Eine kleine Gruppe von Ländern, darunter die Schweiz, die unter den Gebern eine koordinierende Funktion ausübt, erfüllten die eingegangenen Verpflichtungen, sagte Hansen.

Dass andere Länder, die Hansen nicht nannte, ihren Verpflichtungen gegenüber der UNRWA nicht nachkommen, führt Hansen auf die "Konkurrenz" der bilateralen Hilfe über die palästinensischen Autonomie-Behörden zurück.

Von der Eröffnung des neuen Verbindungsbüros in Genf erhofft sich die UNRWA laut Hansen eine Verbesserung der Kontakte mit den westlichen Staaten und den Gremien der Lasten- und Beitragsverteilung. Auch die Zusammenarbeit mit den in Genf anässigen humanitären Organisationen soll durch die neue UNRWA-Niederlassung erleichtert werden.

Schweiz hilft der UNRWA schon lange

Nach dem ersten arabisch-israelischen Krieg schuf die UNO 1949/50 die United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA). Gut 50 Jahre später beschäftigt die Organisation über 20'000 Personen, um in Palästina, Jordanien, Libanon und Syrien Flüchtlinge und deren Nachkommen zu unterstützen, deren Zahl inzwischen auf 3,7 Millionen Menschen angewachsen ist.

Die Schweiz leistete fast von Anfang an finanzielle Beiträge zur Bewältigung dieser Aufgabe. Gegenwärtig handelt es sich um 8 bis 9 Millionen Franken pro Jahr. Daneben wendet die DEZA eine fast gleich hohe Summe für eigene Programme in Palästina auf.

swissinfo


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