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Unterstützung für Gefängnis-Sozialarbeit in Russland

In russischen Gefängnissen sollen die Inhaftierten künftig besser auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet werden. Keystone

Die Höhere Fachschule für Soziale Arbeit beider Basel (HFSB) unterstützt Russland beim Aufbau der Sozialarbeit in den Gefängnissen. Eine russische Delegation informiert sich in diesen Tagen in Basel über die schweizerischen Verhältnisse.

Dieser Inhalt wurde am 05. Juni 2000 - 17:39 publiziert

"Unser Projekt ist eines, das an der Basis wirkt", sagte HFSB- Rektor Franz Hochstrasser am Montag (05.06.) an einer Medienorientierung anlässlich des Besuchs aus Russland. Ausserdem leiste die Basler Fachschule damit einen Beitrag zugunsten der Menschenrechte.

Dringendes Problem

Dass das Problem der Sozialarbeit in Russland ein dringendes ist, bestätigte auch der Leiter der Gebietsverwaltung der russischen Region Orel, Jurij Krasnov. Rund eine Million Gefängnisinsassen gebe es in Russland. Für diese seien die Integrationsprobleme nach der Entlassung ausserordentlich gross.

Die Anstalten, wo gemeinsam mit der Schweiz Sozialarbeit aufgebaut wird, seien quasi "Probefelder" für das gesamte Land, so Krasnov. Projektleiter Hans Bühlmann vom Basler Polizei- und Militärdepartement wies darauf hin, dass sich Russland im Rahmen des Beitritts in den Europarat verpflichtet habe, seinen Strafvollzug zu reformieren.

Das Projekt habe sowohl eine wissenschaftliche wie auch eine praxisbezogene Seite, sagte Bühlmann. Zum einen wird mit dem Institute of Law and Economy von Ryazan zusammengearbeitet, die Partner in der Praxis sind zum anderen die Gefängnisverwaltung von Orel und drei Gefängnisse der Region. Ryazan und Orel liegen in der näheren Umgebung von Moskau.

Berufsprofil

Sozialarbeit habe es in den Gefängnissen Russlands so eigentlich bisher gar nicht gegeben, sagte Hochstrasser. Einer der Schwerpunkte sei deshalb die Entwicklung eines Berufsprofils und der Planung der Praktika für die Studenten in Gefängnissen gewesen. "Durch die Einführung dieses Berufs wird sich aber auch in den Strukturen der Gefängnisse etwa ändern."

Am Institut in Ryazan - das an seinen sechs Fakultäten rund 1500 Studierende zählt - absolvieren derzeit 73 Personen die Ausbildung für Sozialarbeit in Gefängnissen. Das erste Praktikum, das in den Gefängnissen von Orel durchgeführt wurde, sei sehr erfolgreich gewesen, sagte Hochstrasser. Die ersten Absolventen der Ausbildung werden das Institut im kommenden Jahr verlassen.

Unterstützung vom Bund

Die Zusammenarbeit, die seit mittlerweile drei Jahren läuft, wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und vom Eidg. Justiz- und Polizeidepartement unterstützt. Sie steht im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit des Bundes mit Osteuropa. Das jährliche Budget für das Projekt beträgt rund 150'000 Franken.

swissinfo und Agenturen

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