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Unvorbereitete Feuerwehren

500 Mal rückten Schweizer Feuerwehren nach dem 11. September wegen Anthrax-Alarm aus.

(Keystone Archive)

Die Schweizer Feuerwehren sind laut Schweizerischem Feuerwehrverband (SFV) nur ungenügend auf Terrorakte mit biologischen oder chemischen Waffen vorbereitet.

Die Anthrax-Alarme nach dem 11. September hätten die Schweizer Feuerwehren kalt erwischt, sagte Raymond Wicky, stellvertretender Kommandant der Genfer Feuerwehr. In Genf gab es seit Oktober 2001 insgesamt 142 Anthrax-Alarme - den letzten Ende März dieses Jahres.

Um Ereignisse im Bereich des Bio- und C-Terrors bewältigen zu können, seien deshalb zusätzliche Massnahmen erforderlich, sagte SFV-Zentralpräsident Walter Egger an einer Tagung in Bern. Ziel der Tagung sei es eben, diese voranzutreiben.

Laboratorien nicht vorbereitet

Vor allem die Laboratorien waren laut Wicky nicht auf Anthrax-Analysen vorbereitet. Anfänglich habe es zehn Tage gedauert, bis ein offizielles Resultat vorgelegen habe. Aber auch in Bezug auf die Schutz-Vorkehrungen habe sich die Infrastruktur als mangelhaft erwiesen.

Parallel dazu müssten die Feuerwehrleute auf Terroranschläge mit biologischen oder chemischen Waffen geschult werden. Dabei gelte es allerdings, die alltäglichen Aufgaben der Feuerwehren nicht zu vernachlässigen.

Bundesrat Samuel Schmid unterstrich in seiner Grussbotschaft den komplexen Charakter von Ereignissen im Bereich Bio- und C-Terror. Diese könnten nicht mehr von einzelnen Institutionen bewältigt werden, sagte er laut Redetext. Er sei überzeugt, dass mit dem Reformprojekt Bevölkerungsschutz die Weichen richtig gestellt worden seien.

Bakterien erfordern wenig Know-how

Martin Schütz vom Labor Spiez, das sich auf biologische und chemische Kampfstoffe spezialisiert hat, hob hervor, dass insbesondere Bakterien geeignete Mittel für Terroreinsätze darstellten. Die Herstellung bestimmter Bakterien - auch von Anthrax - sei ohne grosses Know-how und mit relativ primitiver Infrastruktur möglich, sagte er laut Redetext.

Terrorakte mit chemischen Waffen sind laut Ueli Huber, Chef der Fachsektion Chemie beim Labor Spiez, wenig wahrscheinlich. Es sei nicht leicht, an entsprechende Stoffe heranzukommen. Im Bereich des C-Terrors sind vor allem Nervengifte wie etwa Sarin zu fürchten, das 1995 in der U-Bahn von Tokio eingesetzt wurde.

Bestens auf Chemieunfälle vorbereitet

Vorgestellt wurde in Bern auch der neue gesamtschweizerische Öl- , Chemie- und Strahlenwehrordner. Dieser liefert den Feuerwehrleuten wertvolle Angaben über Sicherheits-Vorkehrungen bei entsprechenden Unfällen.

Die Schweizer Feuerwehren seien punkto Ausbildung und Ausrüstung bestens auf Chemieunfälle vorbereitet, sagte Egger. Es gelte, dieses hohe Niveau weiter zu halten.

swissinfo und Agenturen


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