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Viel versprechende Aids-Impfstoff-Tests

Giuseppe Pantaleo (links) und Pierre-Alexandre Bart am Universitätsspital Lausanne.

(Keystone)

Klinische Tests mit einem Aids-Impfstoff in Lausanne und London geben erste vielversprechende Resultate.

Das Mittel wurde von den 24 Probanden gut vertragen und hat bei knapp der Hälfte eine Immun-Wirkung ausgelöst.

Ein Impfstoff gegen Aids, der seit vergangenem Sommer in Lausanne und London testweise abgegeben wird, hat erste, Erfolg versprechende Resultate geliefert.

Nach Angaben von Professor Giuseppe Pantaleo, Direktor der Immunologie- und Allergieabteilung im Spital in Lausanne und Leiter des Experimentes, ist das Medikament verträglich und hat wenig negative Sekundärwirkungen.

"EuroVac 01", die klinische Studie eines neuen Impfstoffkonzepts zur Verhütung der HIV Infektion und AIDS, zeige bei fast der Hälfte der Versuchspersonen bereits eine schützende Wirkung, so Pantaleo.

Kein Risiko für Versuchspersonen

Die Probanden mussten dabei bei guter Gesundheit und nicht HIV-Virusträger sein. Ein Risiko bestand für sie keines, denn der Testimpfstoff benutzte einen für Menschen gefahrlosen "Transporter".

Der Impfstoff NYVAC-HIV C wird an je 12 Personen am Waadtländer Universitätsspital CHUV und in einem Londoner Spital getestet und ist das Ergebnis einer europäischen Zusammenarbeit.

Er wurde unter der Leitung eines Stiftungs-Konsortiums, EuroVac, entwickelt. An EuroVac 01 beteiligt sind Wissenschaftler und Kliniken aus Frankreich, Holland, Italien, Spanien, Schweden, der Schweiz und Deutschland.

Aventis Pasteur und die EU

Ziel dieser Stiftung ist es, die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Impfstoff-Entwicklung zu erleichtern und mögliche Geldquellen für die Grundlagenforschung und klinische Forschung zu erkunden, um so die Entwicklung eines sicheren und effektiven Impfstoffs gegen die Infektion mit HIV zu beschleunigen.

Auf diesem Gebiet engagiert ist vor allem Aventis Pasteur, die Impfstoff-Abteilung und Tochtergesellschaft des französischen Pharma-Riesen Aventis. Die Schweizer Novartis galt bis vor kurzem als möglicher Käufer von Aventis.

Finanziert wurden die laufenden Impf-Tests durch ein Forschungsprogramm der EU.

"Wir sind zufrieden, alles ist sehr versprechend, obwohl es sich um einen Versuch mit lediglich 24 Freiwilligen gehandelt hatte", betont Giuseppe Pantaleo.

Pantaleo ist vor allem erfreut darüber, dass die Aids-Impfung bei 45% der Versuchspersonen Wirkung zeigt. Das Medikament stimuliert jene Zellen, welche in der Lage sind, mit dem Aids-Virus infizierte Zellen zu vernichten.

Zweite Versuchsreihe ab August

Auch wenn der Beginn der Versuche Erfolg versprechend war, so ist nun vor allem die Fortsetzung von entscheidender Bedeutung. Im August beginnt in London und Lausanne eine zweite Versuchsreihe mit 40 Freiwilligen. Mit der Verdoppelung der Versuchspersonen erhoffen sich die Forscher noch genauere Ergebnisse.

"Diesen Herbst werden wir die Tests in eine zweite Phase überführen, indem wir den bestehenden Impfstoff mit einem anderen kombinieren", so Pantaleo.

In dieser Phase des Tests werde der Impfstoff mit einer anderen Impfung kombiniert, welche noch nie an Menschen ausprobiert wurde. Pantaleo hofft, dass sich bei 80 bis 90% der Freiwilligen eine Immunität entwickelt. Diese Immunität sollte dann fünf- bis zehnmal höher sein als die jetzige.

Künftig Massentests in Indien und China

Sollte sich ein Erfolg einstellen, werden die Tests auf einige hundert weitere Personen ausgeweitet, auf Leute, die nicht Virusträger sind. Dies dürfte ab 2005 geschehen, schätzt Pantaleo.

Dann erst wären Tests für wirklich breite Bevölkerungsschichten denkbar, in Länden wie Indien oder China beispielsweise.

Der Impfstoff NYVAC-HIV C ist das derzeit am weitesten entwickelte Medikament gegen eine vor allem in Asien weit verbreitete Aids-Art. Diese betrifft rund 50% sämtlicher Aids-Erkrankungen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass sich weiterhin jährlich rund 5 Millionen Menschen mit dem Virus infizieren.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Weltweit wird die Zahl der Aids-Kranken auf rund 40 Millionen geschätzt (Ende 2003).
Allein in der Schweiz sind es über 20'000.
Beim ersten EuroVac-Versuch seit Sommer 2003 waren 24 Probanden beteiligt, alle wenig HIV-gefährdete, gesunde Freiwillige zwischen 18 und 55 Jahren.
Nun zeigt die Aids-Impfung bei 45% der Personen Wirkung.
Ab August kommt ein zweiter Test zum Einsatz, bei dem der 1. Impfstoff mit einem zweiten kombiniert wird.
Damit soll die Immunitätsquote auf 80 bis 90% erhöht werden.

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