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Von Helsinki in den Jura

Petri Hirvonen und Anu Halonen (l.) auf dem Weg in den Jura.

(swissinfo.ch)

Mit den Bilateralen Verträgen kann die Schweizer Industrie EU-Bürger anwerben. swissinfo hat zwei finnische Uhrmacher getroffen, die seit Montag in der Schweiz arbeiten.

"Das ist die Chance meines Lebens", sagt Petri Hirvonen. Am Montag, 3. Juni, steht er erstmals an seinem neuen Arbeitsplatz im Schweizer Jura. An diesem ersten Werktag nach Inkrafttreten der bilateralen Verträge, beginnt der Finne, Luxusuhren für eine Schweizer Uhrenfirma zu bauen.

"Es ist die Möglichkeit, wirklich zu wachsen", sagt Anu Halonen, ebenfalls seit Montag in der Schweiz angestellt. Die beiden Uhrmacher sind fasziniert, in der traditionsreichen Schweiz arbeiten zu können. "Ich bin stolz, hier meine profesionellen Fähigkeiten zu verbessern", sagt Hirvonen.

Gut ausgebildet und qualifiziert

Beide wurden frisch ab der Finnischen Uhrmacher-Schule von einer Schweizer Firma angeworben. Die Ausbildung dort dauerte drei Jahre; vier von zehn Absolventinnen und Absolventen bewarben sich in der Schweiz. "Wir wurden eingeladen, eine Woche hier zu arbeiten. Das hat uns einen ersten Eindruck gegeben, was uns erwartet", sagt Halonen.

Schweizer Uhrenindustrie: immer schon auf Ausländer angewiesen

Die beiden Finnen sind keine Einzelfälle, die Schweizer Uhrenindustrie beschäftigt schon lange ausländische Mitarbeitende. Traditionell ist die Uhrmacherkunst auch im französischen Jura verankert und im regen Austausch mit der Schweiz.

"Rund die Hälfte der Beschäftigten im Vallée de Joux kommen aus dem Ausland, hauptsächlich Grenzgänger aus Frankreich", erklärt Ralph Zürcher, Verantwortlich für die Berufsausbildung bei der "Convention patronale de l'industrie horlogère suisse" (CPIH).

Dramatisch ist die Situation für Zürcher allerdings nicht: "Bis 2005 müssen rund 250 Uhrmacher neu ausgebildet werden, das könnten aber noch mehr werden, weil die mechanischen Uhren im Kommen sind."

Um einem Lohndumping durch die bilateralen Verträge vorzubeugen, habe die CPIH mit den Gewerkschaften auch einen Minimallohn in den Gesamtarbeitsvertrag aufgenommen, ergänzt Zürcher.

Französischkurs obligatorisch

"Die Schweiz ist für mich nicht viel mehr als Heidi, Käse und natürlich Uhren", ergänzt sie. "Was wir bisher gesehen haben, gefiel uns aber gut. Die Leute waren sehr freundlich, auch im Dorf."

Das grösste Problem sehen die beiden Kunsthandwerker in der Sprache. "Wir haben beide schon Französisch-Kurse besucht, aber da werden wir noch viel lernen müssen", sagt Halonen stellvertretend für beide.

Der Sprachkurs sei allerdings schon vom Arbeitsgeber vorbereitet, so auch die Einzimmer-Wohnungen für die Neuankömmlinge. "Wir fühlen uns gut aufgehoben und willkommen", sagt Hirvonen. Auch die Bezahlung sei besser als in Finnland.

Europa kennen lernen

Ob sie Schwierigkeiten haben werden, sich hier einzuleben? Darüber haben sich die beiden keine Gedanken gemacht. "Vielleicht wird mir die Weite fehlen", sagt Halonen.

Das hat aber auch Vorteile: "Frankreich, Italien, Österreich sind alle nah, da verliert man keine Zeit mit hinkommen", freut sie sich. Ihren neuen Wohnort im Herzen Europas wollen die beiden auch nutzen, um in den Ferien Kontinental-Europa besser kennen zu lernen.

Einer der ersten Ausflüge ist aber nicht ins Ausland geplant, sondern nach Neuenburg: "Wir wollen an die Expo.02", sagt Halonen.

Philippe Kropf


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