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Waldwirtschaft mit Umweltschutz im Clinch

Die Frage des Waldtages: Ist ein wirtschaftlich genutzter Wald automatisch weniger ökologisch wertvoll? (Imagepoint)

Mehr wirtschaftlichen Freiraum oder mehr Schutz: Am Internationalen Tag des Waldes haben Waldwirtschaft und Umweltverbände ihre kontroversen Anliegen vorgebracht.

Das passte auch zum offiziellen Motto der Schweiz zu dem Tag "Ein Wald – viele Bilder".

Mehr wirtschaftlichen Freiraum fordert die eine Seite, die Waldwirtschaft, mehr Anstrengungen zum Schutz die andere Seite, die Umweltverbände.

Der Verband Waldwirtschaft Schweiz freut sich über die gestiegene Holznachfrage. Gemäss Max Binder, Waldwirtschafts-Verbandspräsident und Zürcher Nationalrat der Schweizerischen Volkspartei, wird der Rohstoff Holz auch als Energieträger und Baustoff wiederentdeckt.

Unter Berufung auf eine nachhaltige Bewirtschaftung wünscht sich die Waldwirtschaft Rahmenbedingungen, die die Holzproduktion weder unnötig erschweren noch verteuern.

Furcht vor Waldrettungs-Initiative

Deshalb ist es dem Waldwirtschafts-Verband auch wichtig, dass der Bundesrat keine Konzessionen in Richtung der ökologielastigen Volksinitiative "Rettet den Schweizer Wald" macht.

Dieses Begehren war von "Helvetia Nostra", der Organisation des Umweltaktivisten Franz Weber, im Oktober 2005 eingereicht worden. Es verlangt, dass Bund und Kantone dafür sorgen, dass der Wald seine Schutz-, Nutz- und Wohlfahrtsfunktion auf Dauer erfüllen kann.

Demgegenüber fordert der Waldwirtschafts-Verband eine sanfte politische Aufwertung der Förderung der Waldbewirtschaftung.

Die bevorstehende Teilrevision des Waldgesetzes wird als indirekter Gegenvorschlag des Bundesrats zu Franz Webers Volksinitiative erachtet. Diese Revision soll den nötigen Freiraum bringen.

In der Forstbranche rüttle laut Binder niemand an den Prinzipien der Nachhaltigkeit bei der Waldbewirtschaftung und der Naturnähe beim Waldbau.

Dazu gehören auch die Bewilligungspflicht für Holzschläge, ein Kahlschlag- und Rodungsverbot, die eine Übernutzung des Schweizer Waldes verhindern. Dennoch sieht sich der Verband vermehrt in der Kritik.

Zielkonflikte bei den Waldfunktionen

Gemäss Verbands-Direktor Urs Amstutz kommt der Wald auch einer Oase für die Erholung, einem Reservoir für die Biodiversität gleich und nimmt im Gebirge Schutzfunktionen wahr. Diese Funktionen stünden den Interessen der Holzwirtschaft teilweise gegenüber.

Für die Umweltbildungsorganisation Silviva stellen sowohl Nutzung als auch Pflege der Wälder zentrale Massnahmen zur Erhaltung und Förderung aller Leistungen des Waldes dar.

Silviva lädt am Internationalen Tag des Waldes die Bevölkerung zu verschiedenen Anlässen in allen drei Sprachregionen unter dem Motto "Ein Wald - viele Bilder" ein. Im Zentrum stehen die Vielfalt von Lebensräumen für Tier- und Pflanzenarten als ökologischer Teil, und die stimulierende Wirkung der Waldbewirtschaftung als ökonomischer Teil.

Abholzung als Treibhausgas-Produktion

Derweil nahm der WWF den Tag zum Anlass, um auf das Schwinden der Wälder weltweit aufmerksam zu machen. Jährlich würden 13 bis 15 Millionen Hektar Tropenwald abgeholzt - mehr als die dreifache Fläche der Schweiz.

Diese Waldzerstörung verursache einen Viertel des weltweiten Ausstosses an Treibhausgasen. Deshalb müsse die Erhaltung der Wälder verstärkt in die internationalen Bemühungen um den Klimaschutz eingebunden werden.

swissinfo und Agenturen

Fakten

In der Schweiz erstreckt sich der Wald auf einer Fläche von rund 1,2 Mio. Hektaren (30% der Landesfläche).
9% davon sind Schutzwälder.
27% stehen im Privatbesitz.
In der Forstindustrie sind rund 7300 Menschen beschäftigt.
Rund zwei Drittel des möglichen Waldpotenzials werden genutzt.
Die Holzhandelsbilanz ist seit Jahren defizitär: Das heisst es wird mehr Holz importiert als Schweizer Holz exportiert.

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