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Warnstreik auf NEAT-Baustelle

Harte Arbeitsbedingungen auf den Baustellen der NEAT-Tunnels.

(Alptransit)

Auf der Lötschberg-Baustelle der neuen Alpen-Transversale NEAT ruht die Arbeit für 24 Stunden. Die Mineure protestieren gegen die schlechten Arbeits-Bedingungen.

"Wie tote Hühner" seien die Bauarbeiter aufgrund der schlechten Luftqualität auf der Tunnelbaustelle umgefallen, schreibt die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) in ihrer "Geschichte des Konfliktes".

Die Temperaturen auf der Tunnelbaustelle betragen um die 40 Grad. Die Luft ist voll Staub und Ammoniak. Dazu kommen die Abgase der Baumaschinen. Kopfweh und Halsschmerzen seien für die Bauarbeiter an der Tagesordnung. Die krankheitsbedingten Abwesenheiten würden sich häufen, sagt die Gewerkschaft.

Der Arbeitgeber habe versprochen, bis im Februar 2002 ein neues definitives Lüftungs- und Kühlsystem zu installieren, welches die Probleme lösen soll.

"Die Missstände sind bis heute nicht behoben", sagt die GBI, und am Donnerstag läuft nun der angekündigte 24-stündige Warnstreik.

Nerven liegen blank

Die Bauleitung reagierte gereizt. Heute morgen früh fuhr der Sicherheitschef der Baustelle mit seinem Auto in einen GBI-Sekretär und verletzte ihn dabei.

Die GBI erklärte, der Mann sei mutwillig angefahren worden. Die Gegenseite, das Baukonsortium ARGE, sprach hingegen von einem Unfall: Der Gewerkschafter sei "absichtlich direkt vor das Auto gesprungen."

"Der Mann erlitt eine Hirnerschütterung und hat eine offene Wunde am Kopf", sagte GBI-Sprecher Rolf Beyeler gegenüber swissinfo den Vorfall.

Beyeler sprach auch von einem Verhandlungsangebot des Baukonsortiums ARGE. Einzelheiten über das Angebot seien allerdings noch nicht bekannt.

Illegale Aktion

ARGE bezeichnete die Arbeits-Niederlegung als "illegal". Das Konsortium will denn auch klagen. ARGE-Sprecher Michel Buro: "Es handelt sich nicht um einen Streik. In Wirklichkeit will eine grosse Mehrheit der Mineure arbeiten." Ihnen würde aber der Zugang zur Baustelle von den Gewerkschaftern verwehrt.

Michel Buro sagt weiter, dass die bis heute gemachten Versprechungen eingehalten worden seien. Die Arbeiten seien auf das Entlüftungssystem abgestimmt. Alle Ventialtions- und Kühlsysteme seien ab Juli funktionsfähig.

Mit Repressalien gedroht

Anders die Darstellung der Gewerkschaft: Die GBI-Kader hätten die Arbeiter zwar "abgefangen", als diese um 14.00 Uhr - zu Beginn der zweiten Schicht - auf der Baustelle eintrafen, erklärte GBI-Sekretär Jeanny Morard. Den Arbeitern sei jedoch mit Repressalien gedroht werden, sofern sie ihre Schicht nicht anträten.

Mehrere Arbeiter schlossen sich daraufhin den Vorgesetzten an, um zur Tunnel-Baustelle zu gelangen. Der Versuch scheiterte jedoch laut Morard, ohne dass es zu weiteren Konfrontationen kam.

Der nächste Schichtwechsel steht für 22.00 Uhr an. Die Gewerkschafter wollen auch für die dritte Schicht an der Arbeitsniederlegung festhalten.

1500 Beschäftigte

Auf allen fünf Baustellen des Lötschberg-Basistunnels arbeiten zur Zeit 1'245 Personen - hinzu kommen weitere rund 250 Personen (Ingenieure, Vermesser, Geologen, Assistenten, etc.).

Seit Herbst 1999 wird an den Basistunnelröhren gesprengt. Mehr als ein Viertel ist bereits ausgebrochen worden. Täglich entstehen rund 100 m Basistunnel.

Urs Maurer und Agenturen


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