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Warten auf die Heimreise

Grossandrang am Flughafen Zürich: An den Check-in Schaltern und auf der Piste. Keystone

Keine Angst aber dafür Zorn auf die Terroristen herrscht unter den Passagieren der ersten Flüge von Zürich in die USA. Nach zwei langen Tagen Ausharren freuen sie sich vor allem darauf, ihre Angehörigen wieder zu sehen. Eine Reportage aus dem Flughafen Zürich.

Dieser Inhalt wurde am 13. September 2001 - 18:54 publiziert

Kantonspolizisten patrouillieren mit Maschinengewehren an den Menschenschlangen in der Halle des Terminals A vorbei. Erst seit kurzem ist bekannt, dass die Flieger in die USA in Zürich wieder starten können, und bereits stehen über hundert Passagiere an speziellen Check-In-Schaltern Schlange. Viele von ihnen mussten ihren Aufenthalt in der Schweiz unfreiwillig verlängern.

Der New Yorker Joe Luca und seine Frau haben Ferien in der Schweiz verbracht. Sie waren am Dienstag bereits seit anderthalb Stunden in der Luft, als die Maschine umkehrte und zurück nach Zürich flog. "Wir haben zuerst nur gehört, dass es zu einem Unfall in New York gekommen ist." Erst später habe er vom Anschlag aufs World Trade Center erfahren und sofort versucht, Kontakt in die Staaten aufzunehmen, so Luca.

"Attacke auf die persönliche Freiheit"

Vier seiner Neffen hätten zum Zeitpunkt im World Trade Center gearbeitet. Sie hätten zum Glück alle rechtzeitig das Gebäude verlassen können und seien wohlauf, erzählt Luca erleichtert. Hat er nun Angst vor der Rückkehr in seine Heimatstadt? "Nein, ich fühle mich sicher, bin aber vorsichtig". Die Terroranschläge hätten vor allem Wut ausgelöst. Er empfinde sie als eine feige Attacke auf seine persönliche Freiheit.

Angst hat auch David Franco nicht. Ein gewisses Risiko beim Fliegen bleibe immer. Der junge Mann aus Guatemala kam mit seinen Freunden von Madrid nach Zürich und wollte am Dienstag nach San Francisco weiterreisen. Kurz nachdem sie das Flugzeug bestiegen hatten, erfuhren sie, dass alle Flüge in die USA annulliert worden waren.

Nun steht er mit den anderen Flugreisenden in der Schlange. Ob er nach New York oder San Francisco fliegen könne, wisse er noch nicht. Es sei sowieso egal, er müsse ohnehin weiter nach Guatemala.

Ausflüge aufs Stanserhorn

Da die Swissair nur den Passagieren vom Dienstag eine Hotelübernachtung bezahlt hat, haben einige der Reisenden aus Geldmangel die letzte Nacht auf den Bänken im Flughafen verbracht. Aber auch die Passagiere mit Hotelzimmer hatten mit Unannehmlichkeiten zu kämpfen. Denn zum Teil waren die Hotels weit vom Flughafen entfernt.

Eine 40-jährige Frau aus den USA wurde in ein Hotel nach Einsiedeln SZ gebracht. "Ich habe noch nie zuvor von diesem kleinen Ort gehört", sagt sie. Neue Einblicke in die Schweiz haben die festsitzenden Gäste vielleicht auch durch die Ausflüge gewonnen, welche die Swissair organisiert hat, um die Wartezeiten zu verkürzen.

Einer der Ausflüge führte aufs Stanserhorn bei Luzern, der andere in die Stadt Luzern selbst. Die Leuchtenstadt erfreut sich bei den Gästen aus Übersee einer grossen Beliebtheit, doch nach der Ankündigung, dass der Flugbetrieb wieder aufgenommen werde, konnte auch ihr ganzer Charme die Besucher nicht mehr länger halten.

swissinfo und Agenturen

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