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Wasserwerfer in Davos - Tränengas in Landquart

Demonstrierende suchen Schutz vor einem Wasserwerfer in Davos.

(Keystone)

In Davos ist die befürchtete Konfrontation zwischen Demonstrierenden und Polizei im Grossen und Ganzen ausgeblieben. Rund 200 Demonstranten gelangten auf Schleichwegen vom Bahnhof auf die Davoser Promenade. Dort ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen sie vor.

Im 40 km entfernten Landquart setzte die Polizei gegen rund 600 Demonstranten Tränengas und Gummischrot ein. Die äusserst aggressiv vorgehenden, teilweise vermummten Demonstranten seien mit Schlagstöcken gegen die Sicherheitskräfte vorgegangen, rechtfertigte die Polizei ihren Einsatz.

In Landquart waren Busse auf dem Weg nach Davos und SBB-Züge abgefangen worden. Die Rhätische Bahn hatte ihren Verkehr nach Davos auf Ersuchen der Polizei eingestellt. 300 Demonstrierende, die in Landquart mit dem Zug nicht mehr weiterreisen durften, blockierten zunächst die Gleise, so dass der Bahnhof für jeglichen Zugverkehr gesperrt war.

Nach 14.00 Uhr wurde die Autobahn A13 zwischen den Anschlüssen Landquart und Walenstadt von Demonstranten mit einem Sitzstreik besetzt. Die Autobahn war in beiden Richtungen vorübergehend für jeden Verkehr gesperrt.

Kleinere Zwischenfälle in Genf und Zürich

In Zürich demonstrierten 50 bis 60 WEF-Gegner vor dem Warenhaus Globus. In Genf hatten Globalisierungs-Gegner das WTO-Gebäude besprayt und vorübergehend auch Strassen blockiert. Auseinandersetzungen mit der Polizei blieben jedoch aus.

Polizei zufrieden

Die Bündner Kantonspolizei ist über den Verlauf der Anti-WEF-Demonstrationen sehr zufrieden. "Es ist uns gelungen, den normalen Verlauf des WEF aufrecht zu erhalten", sagte Kapo-Kommandant Markus Reinhardt.

Davos war vorbereitet

Der Winterkurort wurde aus Angst vor gewalttätigen Konfrontationen vom grössten Polizeiaufgebot, das die Schweiz je erlebt hat, praktisch zum Sperrgebiet gemacht. Armee- und Polizeiangehörige säumen die Strassen. Viele Geschäfte sind geschlossen. Die Bewohner von Davos bleiben zu Hause und die Touristen bleiben aus.

Bei rigorosen Strassen-Kontrollen wurden seit Donnerstag über hundert Personen an der Schweizer Grenze zurückgewiesen. Rund 40 jugendliche WEF-Gegner blockieren seit Freitagabend einen Grenzübergang bei Chiasso. Die Tessiner Polizei hatte ihnen die Einreise in die Schweiz untersagt und baute Barrikaden auf. Mit Wasserwerfern werden sie immer wieder am Grenzübertritt gehindert.

In einem beispiellosen und erst im letzten Moment bekannt gegebenen Schritt erwirkte die Kantonspolizei Graubünden für Samstag zudem einen zehnstündigen Unterbruch der Bahnverbindung nach Davos. Auch die Autobahn A13 wurde am Morgen vorübergehend gesperrt.

Protest der SP-Fraktion

Die Demokratischen Juristinnen und Juristen der Schweiz (DJS) fordern den Stopp der "Repressionsmaschinerie". Dass offizielle Referenten angehalten, registriert und ausgeschafft würden, sei eine unhaltbare Verletzung der Freiheit zur freien Meinungsäusserung.

Die Sozialdemokratische Partei spricht von einer "WEF-Hysterie der Bündner Behörden". Die SP-Fraktion hält in einer Mitteilung fest, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung auch in Davos und während des WEF ein demokratisches Grundrecht sei.

Sie fordert die Davoser Behörden und die Bündner Regierung auf damit aufzuhören, die WEF-Gegner "in corpore" zu kriminalisieren . Sie verurteilt gleichzeitig jede Art von Gewaltanwendung.

Davoser über das WEF verärgert

Auch die Bevölkerung von Davos äussert zunehmend Kritik an der elitären Veranstaltung. Ortsansässige fühlen sich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Viele Geschäfts-Besitzer beklagen sich, dass sie während fast zwei Wochen grosse Einnahmens-Einbussen in Kauf nehmen müssen. Von den Kongressgästen würden nur die besseren Hotels, Restaurants und Bars profitieren, nicht jedoch Geschäfte und Wintersportbetriebe, da die "normalen" Touristen ausbleiben.

swissinfo und Agenturen

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