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WEF: Karl Marx als Urahne

Bundespräsident Moritz Leuenberger.

(Keystone)

Am Donnerstagabend (25.01.) wurde das 31. Weltwirtschafts-Forum offiziell eröffnet. Bundespräsident Moritz Leuenberger zitierte Karl Marx. Der Emir von Katar hob die Rolle des Islam bei der Globalisierung hervor.

Der Saal wurde verdunkelt. Bilder von der Welt, von Armut und Hunger, von der Landung auf dem Mond, von Chemiekonzernen und Dürrelandschaften wurden gezeigt. Kindergesichter tauchten dazwischen immer wieder auf und eine Frauenstimme lieferte die musikalische Untermalung. Mit Pathos wurde das diesjährige Forum eröffnet.

Dann betrat Klaus Schwab, Gründer des WEF, die Bühne und begrüsste seine Gäste. Er sprach von der sozialen Verantwortung, die die Wirtschaft und damit die einzelnen Unternehmen hätten und betonte das Ziel des WEF: Dazu beizutragen, dass das ökonomische Wachstum gefördert werde und die gesamte Menschheit davon profitiere; mitzuhelfen, dass Friede und Menschenrechte überall gelten würden; Lösungen zu finden, damit die Weltbevölkerung gesünder und besser leben könne.

"Es darf nicht alles möglich sein."

Danach wandte sich Bundespräsident Moritz Leuenberger an die WEF-Teilnehmer, zitierte Karl Marx ("Alle Ökonomie ist eine Ökonomie der Zeit.") und bezeichnete den Vater der I.Internationale als einen frühen Vertreter der Globalisierung und Urahnen des WEF.

Der Sozialdemokrat warnte vor Schrankenlosigkeit und erklärte: "Es gibt keine Freiheit ohne Grenzen, sonst ist es keine Freiheit."Es genüge nicht, angesichts der gefallenen Berliner Mauer festzustellen: "Alles ist möglich." Wenn man die Freiheit behaupten wolle, die man nationalen und wirtschaftlichen Grenzen abgetrotzt habe, dann müsse man einen Inhalt finden. Damit setze man der Freiheit Schranken. "Es darf nicht alles möglich sein!", sagte Leuenberger.

Der Bundespräsident mahnte, es brauche den Ausgleich zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Anliegen. Zudem dürfe keine Kultur andere Kulturen hegemonisieren. "Kein Land dieser Erde, und sei es noch so mächtig, darf anderen Ländern seinen Willen aufzwingen. Die Prinzipien der Demokratie müssen auch in der globalen Gemeinschaft der Staaten gelten."

"Wir glauben an den Dialog."

Als Dritter sprach schliesslich Scheich Hamad bin Khalifa Al-Thani, Emir von Katar, zum zahlreich erschienenen Publikum und betonte die wesentliche Rolle, die der Islam beim Globalisierungsprozess einnehme. "Die Wirtschaft muss ein menschliches Gesicht haben", sagte er. Der Islam fördere das Zusammenkommen von Menschen und Kulturen und setze sich für den Dialog ein: "Die Welt sollte Unwissenheit und Krankheit fürchten, nicht die Religion", mahnte der Emir.

Carole Gürtler, Davos


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