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Weltkonferenz über Bio-Vielfalt

Die Schweizer Delegation will sich in Den Haag unter anderem gegen die Abholzung der Wälder einsetzen.

(Keystone)

Am Sonntag wurde in Den Haag die 6. UNO-Konferenz über Biodiversität eröffnet. Auch die Schweiz ist mit einer Delegation dabei.

Die ökologische Funktion der Wälder müsse besser anerkannt werden, sagte Beat Nobs, Leiter der Schweizer Delegation und Chef der Abteilung Internationales beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal). Die Delegation will sich für Vorschriften gegen die Abholzung der Wälder sowie gegen die illegale Abholzung und Ausfuhr von Holzprodukten einsetzen. Die Konferenz beginnt am Sonntag.

Allein seit dem Umweltgipfel von Rio vor zehn Jahren sind nach Informationen von Greenpeace 150 Mio. Hektaren Urwald verloren gegangen. Inzwischen sei nur noch ein Fünftel der ursprünglichen Urwälder in zusammenhängender Form vorhanden, warnte Greenpeace.

"Das Problem liegt darin, dass die Abholzung der Wälder für die Beteiligten billiger ist, als eine umweltverträgliche Lösung zu finden", sagte Klaus Töpfer, Direktor des UNO-Umwelt-Programms.

Wälder als CO2-Senken

An der Konferenz soll auch über die Wälder als CO2-Senken diskutiert werden, ein wichtiger Punkt im Klimaschutz-Protokoll von Kyoto. Die Konferenz-Teilnehmer möchten Richtlinien ausarbeiten, die eine biologische Vielfalt der Wälder langfristig sichert.

Sie werden sich zudem mit den Vorteilen aus der Nutzung genetischer Ressourcen auseinandersetzen. Mit der Annahme neuer Richtlinien in Den Haag soll gewährleistet werden, dass die Entwicklungsländer an den Vorteilen beteiligt werden, die sich aus der Nutzung solcher Ressourcen ergeben.

Zertifizierungs-System der Schweizer

In einem Seminar wird die Schweiz dazu ein Zertifizierungs-System vorstellen. Dieses soll dafür sorgen, dass die Schutzmassnahmen eingehalten werden, die in den Ursprungsländern der genetischen Ressourcen gelten. Das System zielt auf die Unternehmen ab, welche die entsprechenden Produkte nutzen wollen.

Nicht zuletzt wollen die Delegierten über die Folgen von eingedrungenen Arten diskutieren, die sich schädlich auf andere Arten und das Ökosystem auswirken können.

Leuenberger erwartet

Die 6. Vertragsparteien-Konferenz der UNO- Biodiversitäts-Konvention dauert bis am 19. April. Gegen Ende der Konferenz ist vorgesehen, dass Bundesrat Moritz Leuenberger für zwei Tage zur Schweizer Delegation stösst.

Auf die Thematik vorbereitet wurde der Umweltminister diese Woche nicht zuletzt durch Schweizer Jugendliche. Im Rahmen des aktuellen Greenpeace-Mitmachprojektes "Kids for Forests", das in 17 Ländern läuft, haben sie dem Umweltminister einen Ehren-Urwaldbotschafter-Ausweis übergeben.

In Den Haag werden die Minister unter anderem darüber beraten, welchen Beitrag das Übereinkommen über die biologische Vielfalt zum Gipfel in Johannesburg leisten soll. Dort wird im Herbst ein Treffen zu "Zehn Jahre nach dem Erdgipfel von Rio" stattfinden.

180 Staaten vertreten

Die Biodiversitäts-Konvention war 1992 von der UNO-Kommission für nachhaltige Entwicklung in Rio lanciert worden. Sie trat am 29. Dezember 1993 in Kraft, nachdem sie von 30 Ländern ratifiziert worden war. Die letzte Konferenz der Vertragsparteien fand vor zwei Jahren in Nairobi, Kenya, statt. Zu der zweiwöchigen Konferenz werden Experten aus mehr als 180 Staaten erwartet.

swissinfo und Agenturen


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