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Werden die 7 Medaillen von Nagano übertroffen?

Olympisches Gold - von Gian Simmen 1998 in Nagano. Keystone Archive

Eine Rekord-Beteiligung von 115 Schweizer Athletinnen und Athleten kämpfen ab dem 8. Februar um Olympia-Medaillen.

Dieser Inhalt wurde am 31. Januar 2002 - 16:53 publiziert

Dass die Schweizer Delegation in Salt Lake City im Vergleich zu jenen in Lillehammer 1994 (62) und Nagano (74) deutlich grösser geworden ist, rührt vor allem davon her, dass die Eishockey-Nationalmannschaft erstmals seit 1992 wieder mittut.

Potenzial da

Es wäre vermessen, allein aufgrund der Teilnehmer-Zunahme mehr Medaillen zu erwarten. Dennoch: "Wir haben das grössere Potenzial als in Nagano", urteilte der Schweizer "Chef de Mission" Hansjörg Wirz. Seine Zuversicht basiert nicht zuletzt auf der Tatsache, dass seine Athleten in diesem Winter über 60 Mal auf Weltcup-Niveau Podestplätze errangen.

Der Schweizer Sportminister ist ebenfalls - verhalten - optimistisch: Gegenüber swissinfo erklärte er, er gehe von 8 olympischen Medaillen aus.

Neuere Sportarten zentral

In Nagano waren nur drei der sieben Schweizer Medaillen "klassische" Medaillen, also solche aus Sportarten, die schon an den Schweizer "Rekordspielen" 1972 in Sapporo (4 Gold/3 Silber/3 Bronze) und 1988 in Calgary (5/5/5) im Programm standen: Silber für Didier Cuche im Super-G und Marcel Rohner im Viererbob, Bronze für Michael von Grünigen im Riesenslalom.

Die übrigen Medaillen waren "neue": Gold für Snowboarder Gian Simmen in der Halfpipe und für die Curler von Patrick Hürlimann - in Sportarten, die ihre Olympia- Premiere feierten - , Bronze für Ueli Kestenholz ebenfalls im Snowboard (Riesenslalom) und die Skiakrobatik-Springerin Colette Brand.

Die Schweizer "Klassiker" (Ski alpin, Bob) könnten sich in Salt Lake City durchaus steigern, besonders die Skirennfahrerinnen, die in Nagano leer ausgegangen waren.

Die "Neuen" dürften sich aber nicht lumpen lassen: Das Potenzial der Snöber ist nicht kleiner geworden, die Curler haben diesmal auch ein starkes Frauenteam dabei, und bei der Olympia-Renaissance des Skeleton stellt die Schweiz die Weltmeisterin (Maya Pedersen-Bieri) und den Goldfavoriten (Gregor Stähli).

Gezielte Förderung

Dass die Schweizer Sportfans insgeheim sogar auf eine zweistellige Medaillenzahl hoffen dürfen, ist zu einem schönen Teil der seit 1994 greifenden Förderung durch Swiss Olympic und die Stiftung Schweizer Sporthilfe zu verdanken: Den Athletinnen und Athleten wird eine optimierte Vorbereitung mit zusätzlichem Training, ergänzenden Wettkampf-Einsätzen, Beratungen und Dienstleistungen ermöglicht.

In der Schweiz ist auch Bronze etwas wert

Im internationalen Vergleich werden die Schweizer Athleten in Salt Lake nicht mit exzessiv hohen Prämien für Spitzenleistungen belohnt. Für einen Olympiasieg gibts 20'000 Franken (Einzel) respektive 30'000 (Zweierteam) oder 35'000 (Dreier- und Viererteams).

Dies ist nicht einmal ein Achtel von dem, was der russische Verband als klarer Prämien-Spitzenreiter für eine Goldmedaille ausschüttet, und beispielsweise auch österreichische (umgerechnet 68'000 Franken) und deutsche Olympiasieger (38'000) erhalten deutlich mehr.

Die Schweiz ist aber jene Nation, die Silber- und Bronzemedaillen und sogar Diplomränge im Verhältnis zur Gold-Prämie am meisten würdigt: 18'000 Franken gibts in Einzelwettbewerben für Silber, 15'000 für Bronze, 8000 für den 4. und immerhin noch 3000 Franken für den 8. Rang.

In Russland, Österreich und Deutschland dagegen bekommt ein Bronze-Gewinner weniger als einen Drittel von der Prämie eines Siegers.

swissinfo und Peter Lerch

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