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Wettbewerbsfähigkeit: Licht und Schatten der Schweiz

Schweizer Blue-Chips profitieren von der starken Weltwirtschaft.

(Keystone)

Die Schweiz zählt weiterhin zu den 10 wettbewerbsfähigsten Ländern der Welt. Auf der Liste des Lausanner Instituts für Management-Entwicklung rangiert sie wie im Vorjahr auf Platz 8.

Positiv sind das Finanz- und Börsensystem, die Kreditwürdigkeit, die Infrastrukturen und die relativ tiefe Arbeitslosigkeit. Negativ ist das bescheidene Wachstum.

"Wir haben die stark wachsenden, international operierenden Wirtschaftsbereiche wie die Banken und die Pharmabranche, die Binnenwirtschaft hingegen stagniert", diagnostiziert Stéphane Garelli gegenüber swissinfo.

Der Direktor des Lausanner Managementinstituts (IMD) ortet den Grund darin, dass "die grossen Wachstumsmärkte nicht mehr in der Schweiz, sondern anderswo zu finden sind" und an der starken Regeldichte im Land.

In seinem Bericht schreibt Garelli, das Bild der Schweiz zeige grosse Unterschiede auf. So belegt sie mit ihrem Finanzsystem und einem hervorragenden Kredit-Rating gleich in zwei Kategorien den Spitzenplatz.

Die Kraft der Schweizer Wirtschaft zeigt sich auch bei den Schweizer Investitionen im Ausland. Hier belegt die Schweiz Rang 4. Bei der Infrastruktur konnte sich das Land ebenfalls den 4. Platz sichern.

Stagnierende Binnenwirtschaft

Die Eidgenossenschaft hat mit 59% zudem eine der erwerbsfähigsten Bevölkerungen auf der Welt. Gleichzeitig liege die Arbeitslosenquote mit 4,5% (2005) unter dem internationalen Vergleich.

Trotz dieser positiven Aspekte entwickle sich die Schweiz sehr langsam. Das Wirtschaftswachstum von 1,9% im vergangenen Jahr bringt ihr nur den 49. Platz. Im Ranking verbuchten immerhin 39 Länder ein Wachstum von gut 3%.

Das Hauptproblem orten die Experten in der Ausland-Abhängigkeit der Schweizer Unternehmen. Die Konsumstimmung ist zudem getrübt, die Binnenwirtschaft stagniert.

Von Deutschland, ihrem wichtigsten Handelspartner, konnte die Schweiz kaum profitieren. Deutschland musste sich 2005 mit einem Wachstum von lediglich 0,9% zufrieden geben.

Intransparenz und Zukunftsangst

Gleichzeitig trumpfen Länder wie China (9,9%), Indien (8,1) oder Russland und Singapur (je 6,4) mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten auf. Dies eröffne auch der Schweiz neue und interessante Märkte.

Ein Grossteil der Schweizer Firmen lege zwar Unternehmergeist an den Tag und profitiere von den ausländischen Absatzmärkten. Besonders das Finanzwesen, die Pharmabranche, die Uhrenindustrie und zahlreiche kleine Exportunternehmen seien im Ausland sehr erfolgreich.

Andere Unternehmen jedoch verharrten in ihrer gegenwärtigen Lage. Diese ist gekennzeichnet von hohen Preisen, Intransparenz und Zukunftsangst.

Schere zwischen Politik und Wirtschaft

Hinter der Schweiz platzieren sich Luxemburg (9), Finnland (10), Irland (11), Norwegen (12), Österreich (13), Schweden (14) und die Niederlande (15). Deutschland fiel um 3 Plätze auf den 26. Rang zurück. Das Schlusslicht bildet wie im Vorjahr Venezuela.

Angeführt wird die Liste weiterhin von den USA, vor Hongkong und Singapur. Allerdings haben die USA an Vorsprung verloren.

Die Experten des Lausanner Instituts führen dies unter anderem auf die Schere zwischen Politik und Wirtschaft zurück. So wuchs die US-Wirtschaft 2005 zwar um 3,5%; das Budgetdefizit erhöhte sich aber gleichzeitig auf 318 Mrd. Dollar.

Auch Italien, Frankreich und einigen lateinamerikanischen Ländern attestieren die Experten dieselben Probleme. Ihre Regierungen versäumten es, etwas zur Wettbewerbsfähigkeit beizutragen.

Derweil holten Hongkong und Singapur weiter auf, gerade, weil deren Regierungen viel stärker mit der wirtschaftlichen Entwicklung synchron laufen. Dasselbe stellt das IMD auch bei Finnland und Dänemark fest.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Gemäss der Rangliste ist die Schweiz hinter Island (4) und Dänemark (5) das drittbeste Land Europas.

In der seit 1989 durchgeführten Studie werden insgesamt 61 Länder und Regionen nach 312 Kriterien auf ihre Position im internationalen Wettbewerb untersucht.

Gemessen wird das Umfeld, in dem die Unternehmen in einem Land arbeiten können.

Zu einem Grossteil fliessen dabei harte Fakten aus den 4 Teilbereichen Konjunktur, wirtschaftliche und politische Effizienz sowie Infrastruktur ein.

Es werden aber auch Managerumfragen berücksichtigt.

Infobox Ende

Fakten

Rangliste Wettbewerbsfähigkeit

1. USA
2. Hongkong
3. Singapur
4. Island
5. Dänemark
6. Australien
7. Kanada
8. Schweiz
9. Luxemburg
10. Finnland

Infobox Ende


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