WHO und Pharmaindustrie gründen Stiftung für Malaria-Medikamente

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und Vertreter der Pharmaindustrie haben eine Stiftung zur Entwicklung neuer Malaria-Medikamente gegründet. Zu den Gründern gehört auch das schweizerische Aussenministerium. Sitz der Stiftung wird Genf.

Dieser Inhalt wurde am 03. November 1999 - 10:38 publiziert

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und Vertreter der Pharmaindustrie haben eine Stiftung zur Entwicklung neuer Malaria-Medikamente gegründet. Zu den Gründern gehört auch das schweizerische Aussenministerium. Sitz der Stiftung wird Genf.

Die Stiftung sei gegründet worden, weil sich die Pharmaindustrie weitgehend aus der Forschung für neue Medikamente gegen Malaria zurückgezogen habe, erklärte WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland am Mittwoch (3.11.) in Genf. Mit der Stiftung soll die Entwicklung eines neuen Medikamentes gegen Malaria alle fünf Jahre ermöglicht werden.

Eine Rolle spiele die geringe Kaufkraft der Menschen in den von Malaria hauptsächlich betroffenen Regionen sowie die steigenden Kosten für die Entwicklung und Registrierung neuer Heilmittel. In vielen Malaria-Regionen sind die Krankheitserreger gegen die meisten Medikamente bereits immun.

Die Stiftung soll sicherstellen, dass die neuen Medikamente auch die am stärksten von der Tropenkrankheit betroffenen Menschen erreichen. In den betroffenen Entwicklungsländern sind die heute erhältlichen Mittel meist für die Erkrankten unerschwinglich.

Zu den Stiftungsgründern gehören unter anderen die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA im schweizerischen Aussenministerium und die Internationale Föderation der Herstellerverbände der Pharamzeutischen Industrie (IFPMA). Die Stiftung wird ihren Sitz in Genf haben.

Jährlich erkranken laut WHO weltweit zwischen 300 und 500 Millionen Menschen an Malaria. In über einer Million Fällen verläuft die Krankheit tödlich. Betroffen sind vor allem Kinder und schwangere Frauen.

Bis zum Jahr 2001 rechnet die Stiftung jährlich mit 15 Millionen Dollar. Danach sollen die Mittel auf 30 Millionen Dollar pro Jahr aufgestockt werden. Die Entwicklung eines neuen Medikamentes gegen Malaria kostet rund 150 Millionen Dollar. Die Gelder für die Stiftung sollen unter anderem von Regierungen und humanitären Organisationen erbracht werden.

Jedes Jahr sollen gleichzeitig mehrere Forschungsgruppen unterstützt werden. Für das nächste Jahr wurden bereits drei Projekte ausgewählt, die zusammen vier Millionen Dollar erhalten sollen. Brundtland hat den Kampf gegen Malaria zu einem Schwerpunkt der WHO erklärt.

SRI und Agenturen

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