Wieder mehr Arbeitslose

Wo gibt es noch Arbeit? Der Bausektor ist im August am stärksten betroffen gewesen. Keystone

Nach sechs Monaten Rückgang ist die Arbeitslosigkeit im August wieder gestiegen, von 3,5 im Vormonat auf 3,6%.

Dieser Inhalt wurde am 08. September 2005 - 12:07 publiziert

Die Zunahme wird mit saisonalen Effekten erklärt, eine Entspannung soll sich aber erst im kommenden Jahr einstellen.

Die Arbeitlosenquote ist im August erstmals seit einem halben Jahr gestiegen: Um 0,1 Punkte auf 3,6%. Insgesamt waren 142'359 Arbeitslose registriert. Das sind 2457 mehr als im Vormonat. Das teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) am Donnerstag mit.

Die Zunahme sei wie immer im August saisonal bedingt, erklärte Jean-Luc Nordmann, Direktor für Arbeit beim seco. Positiv hervorzuheben sei aber, dass die Zunahme geringer sei als im August 2004.

Die Gesamtzahl Arbeitsloser habe 2005 immer unter jener des Vorjahresmonats gelegen. Die Arbeitslosigkeit liege so auf niedrigerem Niveau als im Vorjahr.

Ungewöhnlich für die Jahreszeit fielen im Bau bereits im Berichtsmonat über 1000 Stellen weg. Deutlich gestiegen ist die Arbeitslosigkeit auch in der Landwirtschaft, bei den kaufmännischen Berufen und im Gesundheitswesen.

Noch mehr Junge ohne Arbeit

Als negatives Element der jüngsten Arbeitslosenzahlen hob Nordmann die erneut gestiegene Jugendarbeitslosigkeit hervor. Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen lag im August bei 5,4%, eine Zunahme um 0,7 Prozentpunkte.

Auch hier liege der Grund in saisonalen Effekten: Im Sommer drängten viele Schul-, Lehr- und Studienabgänger gleichzeitig auf den Arbeitsmarkt.

Besonders stark war die Zunahme der Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 19-Jährigen: Sie stieg um 30,4% auf 2213 Jugendliche. Dieser Wert korreliert mit der Zunahme bei den Lehrabgängern, der bei plus 48,3% lag.

Konkret bedeutet dies, dass viele Jugendliche nach ihrem Berufsabschluss keine Arbeit im Beruf gefunden haben. Bei den 20- bis 24-Jährigen betrug die Zunahme 8,5% auf 20'356.

Wie das seco weiter mitteilte, wurden insgesamt 210'114 Stellensuchende registriert, 1814 mehr als im Juli. Die Zahl der gemeldete offenen Stellen nahm um 153 auf 8975 ab.

Personenfreizügigkeits-Ja würde Arbeitslosigkeit senken

Die Zahl der Arbeitslosen wird in den kommenden Monaten weiter steigen. Auch hier verweist Nordmann auf die saisonalen Komponenten. Für das Gesamtjahr rechnet er mit einer Arbeitslosenquote von 3,8% oder rund 150'000 Arbeitslosen.

Auch im Januar 2006 dürfte sich die Situation noch nicht entspannen. Bis im Frühjahr rechnet Nordmann aber damit, dass der übliche saisonale Rückgang der Zahl der Arbeitslosen dann auch konjunkturell unterstützt wird. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 3,6% zu liegen kommen.

Diese Entwicklung hänge aber auch von politischen Entscheiden ab: Ein Ja am 25. September zu der Erweiterung der Personenfreizügigkeit erlaube eine positivere Prognose.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Im August waren 142'359 Personen arbeitslos gemeldet, 2457 mehr als im Vormonat.
Die Arbeitslosenquote stiegt damit von 3,5% auf 3,6%.
Das seco geht davon aus, dass Ende Jahr 150'000 arbeitslos sein werden (3,8%).
Ende 2004 betrug die Arbeitslosenquote 4%.

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In Kürze

Die höchste Arbeitslosenquote im August verzeichete der Kanton Genf mit 7%, gefolgt von der Waadt mit 5,1%, Neuenburg und Jura mit 4,3% sowie Zürich und Basel-Stadt mit je 3,9%.

Am wenigsten Arbeitslosigkeit gibt es in den Kantonen Uri und Obwalden mit 1,2%, Appenzell-Innerrhoden mit 1,5% sowie Graubünden und Nidwalden mit 1,8%.

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