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Positive Reaktionen auf "Basel III"



Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel

Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel

(Keystone Archive)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Finanzmarktaufsicht Finma begrüssen die Ergebnisse von Basel III. Die Reform sei unabdingbar gewesen, wird Daniel Zuberbühler, Vizepräsident der Finma, in einer Mitteilung zitiert.

Das globale Finanzsystem werde durch Basel lll resistenter gegenüber Schocks, so Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand gemäss Mitteilung. Doch für die "Too big to fail"-Problematik brauche es national und international weitere Bemühungen.


"Die heute erzielten Einigungen bedeuten eine grundlegende Stärkung der globalen Kapitalstandards", erklärte der Vorsitzende des Basler Ausschusses und Chef der Europäischen Zentralbank, Jean- Claude Trichet. "Ihr Beitrag zu langfristiger Finanzstabilität und Wachstum wird substanziell sein.

Die Übergangsregeln werden es Banken ermöglichen, die neuen Standards zu erfüllen und zugleich die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen."

"Banken werden sicherer"

Die neuen "Basel III"-Regeln machen die Banken sicherer. Das sagte der St. Galler Bankenprofessor Manuel Ammann in einem Interview in den Nachrichten von Schweizer Radio DRS. Der Vorschlag sei zwar ein Kompromiss, aber einer mit Konsequenzen.

Die von 4 auf 6 Prozent erhöhte Kernkapitalquote beinhalte auch noch qualitative Anforderungen und dies gebe den Ausschlag, erklärte Ammann. Die Banken müssten ihre Mittel im Krisenfall schnell liquide haben. Und diese Mittel müssten sie aus Gewinnreserven und Aktienkapital bereit halten.

Das bedinge Kapitalerhöhungen, die sich nicht über das Knie brechen lassen. Die Übergangsfristen seien darum berechtigt.

Ob die neuen Regeln tatsächlich streng genug seien, lasse sich erst nach einer erneuten Krise sagen. Tatsächlich stellten sie eine Verschärfung dar, obwohl die Eigenkapital-Anforderungen nur unwesentlich stiegen.

Die Banken könnten künftig nicht mehr alle möglichen Wertpapiere anrechnen, sondern nur noch echtes Aktienkapitel. Damit stünden mehr Eigenmittel als Puffer für Verluste zur Verfügung.

Die Frage der ganz grossen, systemrelevanten Banken sei noch nicht gelöst, sagte Ammann weiter. Diese Banken, die im Interesse der Volkswirtschaft nicht pleite gehen dürften, müssten weiterhin vom Staat gerettet werden.

UBS: Zu Kenntnis genommen

Die beiden Grossbanken CS und UBS nahmen zu den technischen Details des Regelwerks in einer ersten Reaktion keine Stellung. "UBS hat die Empfehlung des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht zur Kenntnis genommen", schreibt die Grossbank.

Der Basler Ausschuss setze die internationalen Mindeststandards, die dann durch die nationalen Regulatoren umgesetzt werden müssten. Für die UBS seien vor allem die Standards Finma massgebend. "Die Bank wird die regulatorischen Massnahmen innerhalb der vorgegebenen Zeit umsetzen."

Credit Suisse: "Parat zur Umsetzung"

Die Credit Suisse sieht sich für die Umsetzung parat. "Wir haben unsere kundenorientierte, kapitaleffiziente Strategie im Hinblick auf die regulatorischen Veränderung entwickelt, und über die letzten drei Jahre entsprechend das Kapital gestärkt und die Risiken reduziert", schreibt sie.

Die Credit Suisse sei heute eine der am besten kapitalisierten Banken der Welt. "Wir gehen davon aus, dass sich das auch unter Basel III nicht ändern wird."

"International konsistentes Rahmenwerk"

Der deutsche Bundesbankpräsident Axel Weber erklärte, er sei "froh, dass es gelungen ist, zu einem international konsistenten und anspruchsvollen Rahmenwerk für die neuen Mindestkapitalanforderungen der Banken zu kommen". Auch die Besonderheiten der deutschen Finanzinstitute, die keine Aktiengesellschaften sind, würden dabei angemessen berücksichtigt.

Die Deutsche Bank hingegen hat im Hinblick auf die neuen Vorschriften bereits gehandelt. Sie teilte wenige Stunden vor Verkündung der Basler Einigung mit, sich mindestens 9,8 Milliarden Euro frisches Kapital von Aktionären besorgen zu wollen.

"Mit dieser Kapitalerhöhung wollen wir uns das notwendige Eigenkapital für eine geplante Konsolidierung der Postbank sichern", erklärte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in Frankfurt am Main. Zudem werde das Eigenkapital der Bank mit Blick auf regulatorische Änderungen gestärkt.

Mehr Eigenkapital vorgeschrieben

Die Beschlüssel "Basel III" beinhalten, dass Geschäftsbanken weltweit künftig wesentlich mehr Eigenkapital vorhalten sollen. Von 2013 an soll die Kernkapitalquote stufenweise von derzeit 4 auf 6 Prozent steigen, teilte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel mit.

Mit den strikteren Vorgaben für Eigenkapital und Liquidität wollen die Chefs der Notenbanken und Aufsichtsbehörden von 27 Ländern erreichen, dass Banken in künftigen Krisen ohne Milliardenspritzen der öffentlichen Hand überleben können.

swissinfo.ch und Agenturen

Basel III

Im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht sitzen Finanzmarktwächter und Notenbanker der grossen Wirtschaftsnationen.

Der Ausschuss rang seit Monaten um die Reform des bisher geltenden Regelwerks "Basel II", das die Finanzkrise nicht verhindert hatte. "Basel III" soll im November dem G20-Gipfel im südkoreanischen Seoul vorgelegt werden. Das Regelwerk ist nicht bindend, dürfte aber von vielen Ländern umgesetzt werden.

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To big to fail

Die Expertenvorschläge, wie die Schweiz mit systemrelevanten Grossbanken umgehen soll, verzögern sich um einen Monat.

Der Bundesrat hat den Experten zugestanden, den Bericht zum "Too big to fail"-Problem erst Ende September vorzulegen.

Der Bundesrat hatte die von ihm eingesetzte Expertengruppe unter Leitung des früheren eidgenössischen Finanzverwalters Peter Siegentaler letzten April gebeten, den ursprünglich für Ende 2010 angekündigten Schlussbericht auf Ende August vorzuziehen.

Die Regierung möchte, dass die Experten möglichst rasch sagen, wie die Schweiz mit Grossbanken umgehen soll, die im Konkursfall die ganze Volkswirtschaft gefährden könnten.

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swissinfo.ch und Agenturen


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