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Banken: Positive Ergebnisse auch in Zeiten von Negativzinsen

Im Jahr 2018 gab es in der Schweiz 248 Banken mit mehr als 90'000 Beschäftigten. Keystone / Martin Ruetschi

Trotz des Abschwungs an der Börse und der Einführung von Negativzinsen schlossen die Schweizer Banken das Jahr 2018 mit einer Steigerung des Geschäftserfolgs und Jahresgewinns ab. Für die Zukunft sind die Banker besorgt über die Verschlechterung des globalen wirtschaftlichen und politischen Umfelds, erwarten aber keinen weiteren Personalabbau.

Dieser Inhalt wurde am 04. September 2019 - 16:30 publiziert

Der Bankensektor leidet zunehmend unter den von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) beschlossenen Negativzinsen. Die SNB will mit dieser Massnahme eine übermässige Aufwertung des Schweizer Frankens eindämmen. Die Negativzinspolitik reduziert allerdings die Gewinnmargen und den Handlungsspielraum der Banken, die wiederum teilweise gezwungen sind, ihren Kunden Negativzinsen aufzuzwingen.

Gemäss Bankenbarometer 2019Externer Link der Schweizerischen Bankiervereinigung (SwissBanking) zahlten die Banken im vergangenen Jahr negative Zinsen in Höhe von zwei Milliarden Franken. "Es besteht das Risiko, dass Negativzinsen in den kommenden Jahren zur Normalität werden. Eine solche Situation könnte die Investitionen und damit das Wachstum der Wirtschaft und des Bankensektors bremsen", warnt August Benz, stellvertretender CEO von SwissBanking.

Alles in allem hat sich der Schweizer Bankensektor aber auch 2018 gut entwickelt. Der Geschäftserfolg aller lizenzierten Banken in der Schweiz stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,6% auf 65,3 Milliarden Franken. Auch die Konzerngewinne stiegen um 17,3% auf 11,5 Milliarden Franken. Dies bestätigt die solide Erholung des Sektors nach der Krise 2008.

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Die von Schweizer Banken verwalteten Vermögen sanken um 4,8% auf 6943 Milliarden Franken. Diese Verringerung ist vor allem auf die starke Baisse an den Aktienmärkten Ende des vergangenen Jahres zurückzuführen, welche die Menge der verwalteten Vermögen reduzierte. Davon entfiel rund ein Drittel auf die grenzüberschreitende Vermögensverwaltung, in der die Schweiz mit einem Marktanteil von 27% weiterhin weltweit führend ist.

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Nachdem die Schweiz die internationalen Standards für den automatischen Informationsaustausch übernommen hatte, lieferte sie erstmals Daten ausländischer Kundengelder bei Schweizer Banken an 36 Länder. Diese Praxis wird in naher Zukunft auf weitere 37 Partnerländer ausgedehnt.

Obwohl während Jahren Ängste geschürt wurden, hat das Ende des Bankgeheimnisses ausländische Kunden und Kundinnen nicht dazu veranlasst, ihr Vermögen massenhaft abzuheben. Zwischen 2013 und 2018 stieg das Gesamtvolumen der grenzüberschreitenden Vermögenswerte sogar von 1970 Milliarden auf 2270 Milliarden Franken. Nur im europäischen Markt wurde ein Abfluss von 95 Milliarden verzeichnet. Aber auch die Vermögenswerte der europäischen Kunden und Kundinnen stiegen in diesem Zeitraum dank des guten Wirtschaftswachstums.

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Für das laufende Jahr sieht SwissBanking einige Wolken am Horizont. Besonders beunruhigend sind die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, insbesondere im Euroraum, und die Spannungen im Zusammenhang mit dem Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie der Brexit. Nach Jahren der Restrukturierung und des Personalabbaus sind die Banker hingegen eher optimistisch in Bezug auf die Beschäftigung: Fast zwei Drittel der befragten Institute erwarten eine stabile Beschäftigungslage in der zweiten Jahreshälfte.

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