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Medizinische "Sensation" in Bern Siamesische Zwillinge so früh getrennt wie noch nie

Im Dezember 2015 hat ein Ärzteteam im Berner Inselspital siamesische Zwillinge erfolgreich getrennt. Das Besondere: Die Operation erfolgte nur acht Tage nach ihrer Geburt. Die Mädchen, die sonst gestorben wären, wogen zusammen nur 2200 Gramm. Weltweit ist kein Fall bekannt, wo zusammengewachsene Zwillinge so früh getrennt wurden. Das Inselspital sprach von einer "Sensation".  

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Steffen Berger, der das Ärzteteam aus Bern und Genf leitete, wollte nicht von einem "Wunder" sprechen. Für die erfolgreiche Trennung, die bereits im Dezember erfolgt war und erst jetzt publik wurde, gab er in einem Interview mit der Zeitung "Der Bund" zwei Gründe an: "Einerseits war die Art der Verbindung grundsätzlich trennbar. Anderseits glückte der komplexe medizinische Eingriff, weil wir Fachleute der verschiedensten Disziplinen gut einbinden konnten. Funktioniert das Zusammenspiel aller auch bei einer derart seltenen Operation, kann sie eben gelingen."

Ohne raschen Eingriff wären die Winzlinge gestorben, sagte der Chefarzt für Kinderchirurgie am Inselspital. Denn vom Kreislauf des einen Mädchens sei sehr viel Blut in denjenigen des anderen geflossen. Ihre Überlebenschancen bezeichnet er als gut, auch wenn das eine Mädchen noch am Herzen operiert werden müsse.

Weil die zusammengewachsenen Mädchen Teil von Drillingen waren und die Befruchtung der Mutter künstlich erfolgt war, stellt sich die Frage, ob diese Methode auch häufiger zu zusammengewachsenen Kindern führt. "Das Risiko von Mehrlingsgeburten ist bei jeder Art von künstlicher Befruchtung allgemein bekannt. Das Risiko siamesischer Zwillinge bleibt gleichwohl sehr klein", sagte Berger.

swissinfo.ch und SRF (Tagesschau vom 31. Januar 2016)

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