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WM für Schweizer Eishockeyaner vorbei

0:2: Sergei Zadelenov (rechts) hebt die Scheibe über Torhüter David Aebischer ins Netz.

(Keystone)

Die Schweiz hat bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Lettland den Einzug ins Viertelfinale verpasst. Dennoch hat das Krueger-Team insgesamt überzeugt.

Im entscheidenden Spiel verloren die Schweizer gegen Weissrussland unglücklich 1:2. Ein Unentschieden hätten zum Weiterkommen genügt.

Da spielten die Mannen von Coach Ralph Krueger in Riga einmal mehr ein ausgezeichnetes WM-Turnier, doch der 0:2-Rückstand am Dienstag gegen die Weissrussen war zuviel. Dem Anschlusstor von Martin Plüss in der 49. Minute folgte der rettende Ausgleich nicht mehr.

Damit war die Zwischenrunde zum ersten Mal nach vier Jahren wieder Endstation für das Schweizer Team. In den letzten drei Jahren hatte Nationaltrainer Ralph Krueger die Schweiz immer unter die besten Acht gebracht.

Vergebliches Aufbäumen

Die Schweizer holten zwar mit starken kämpferischen Leistungen gegen Schweden, die Slowakei und Russland Zweitore-Rückstände auf; gegen Weissrussland gelang dies nicht mehr.

Ein viel zu passiver Beginn und eine Reaktion erst nach dem 0:2 in der 30. Minute wies der Schweizer Auswahl den Weg in die Niederlage. Die Weissrussen verteidigten den Vorsprung geschickt; auch wenn sie am Ende ihrer Kräfte angelangt waren.

"Lockerheit fehlte"

Mit der Situation, im entscheidenden Moment punkten zu müssen, war das Schweizer Team aus vergangenen WM-Turnieren vertraut. "Diesmal hatten wir die Ruhe und die Reife nicht, mit diesem Druck umzugehen. Die Lockerheit fehlte", musste Nationaltrainer Ralph Krueger nach Spiel- und Turnierende feststellen.

Wenn man in Betracht zieht, wie viele bewährte Kräfte (Fischer, Jenni, Keller, Di Pietro) in Riga aus freien Stücken fehlten, erstaunt Kruegers Aussage nicht. Die Folge war die übermässig starke Belastung der bewährten Kräfte in praktisch sämtlichen Spielen.

"Die Batterien werden bei einigen sehr, sehr leer sein", sagte Krueger. Zeit, diese aufzuladen, haben die Schweizer ab Mittwoch.

Ärgerlich



Mit nur zwei Niederlagen (zuvor gegen Russland, jetzt Weissrussland) in sechs Partien die WM-Viertelfinals zu verpassen, ist hart. Erklärungsversuche gab es nach dem bitteren Out einige.

Gewiss, eine Schande ist die erste Schweizer WM-Klassierung ausserhalb der Top 8 seit 2002 (Rang 10 in Schweden) nicht. Dennoch darf behauptet werden, dass in Riga für das Team von Ralph Krueger mehr hätte möglich sein können. "Es war an diversen Weltmeisterschaften schon knapp, oft lief es für uns", sagte Stürmer Ivo Rüthemann.

Forcierte Leistungsträger

Doch just im "Zwischenrunden-Final" gegen Weissrussland ging der Schweiz am Ende die Puste aus. "Einige Spieler wie Jeannin, Plüss, Streit, Bezina, Vauclair oder Steinegger hatten Eiszeiten, die nicht normal sind. Es ist selten, dass ein Stürmer in einer Partie 27 oder 28 Minuten spielt."

Wie stark die Führungsspieler forciert wurden, verdeutlichte ein Bild gegen Spielende. Als der weissrussische Coach Glen Hanlon 50 Sekunden vor Schluss seine Auszeit bezog, fuhren Streit und Co. völlig ausgepumpt zur eigenen Bank, Plüss kniete auf dem Eis wie vor der abschliessenden Kurzanalyse im Training.

Glück nicht gepachtet

Dennoch glaubt Rüthemann nicht, dass das 1:2 eine Folge von Müdigkeit war. "Wenn man kämpfen muss, findet man immer irgendwie Kraft. Wir haben mit viel Herz gespielt. Der grosse Vorteil der Weissrussen war, dass sie in Führung lagen. Vielleicht war unser Glücksbudget einfach aufgebraucht."

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die Spiele der Schweiz an der A-WM in Riga:
Vorrunde: Schweiz-Italien 3:1, Schweiz-Ukraine 2:1, Schweiz-Schweden 4:4.
Zwischenrunde: Schweiz-Slowakei 2:2, Schweiz-Russland 3:6, Schweiz-Weissrussland 1:2

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In Kürze

In den vergangenen drei Jahren hatte die Schweiz immer den Sprung ins Viertelfinale (beste acht Teams) geschafft.

Erstmals seit vier Jahren (gegen Deutschland 2002) verlor die Schweiz mit Weissrussland wieder gegen ein Land, das nicht zu den besten acht der Welt gehört.

Vor der WM in Riga belegte die Schweiz in der Weltrangliste Rang acht.

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