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Zahl der Asylgesuche stark rückläufig

Rund ein Drittel weniger Asylgesuche im Jahr 2004. Keystone

Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist 2004 um einen Drittel zurückgegangen. Sie ist damit so tief wie nie seit 1987.

Dieser Inhalt wurde am 21. Januar 2005 - 13:48 publiziert

Die Tendenz ist in ganz Europa gleich, doch in der Schweiz noch verstärkt. Der Grund: Weniger Konflikte und eine schärfere Asylpolitik.

Die Zahl der Asylgesuche ist in der Schweiz im vergangenen Jahr um 32,3% zurückgegangen. 14'248 Personen haben 2004 in der Schweiz um Asyl nachgesucht - so wenig wie nie seit 1987.

Das Bundesamt für Migration (BFM) führt den Rückgang auf zwei Ursachen zurück. Einerseits habe es im vergangenen Jahr weniger Konflikte gegeben, was zu einem generellen Rückgang der Gesuche in ganz Europa geführt habe, sagte BFM-Sprecher Mario Tuor am Freitag.

Der Rückgang der Asylgesuche sei in der Schweiz jedoch höher ausgefallen als im übrigen Europa. In den ersten neun Monaten 2004 wurden in Westeuropa rund 20% weniger Gesuche verzeichnet. In der Schweiz waren es laut Tuor dagegen 28%.

Diesen grösseren Rückgang in der Schweiz führt das BFM auf die verschärfte Asylpolitik zurück. Massnahmen wie der Sozialhilfestopp bei Nichteintreten, die Beschleunigung des Asylverfahrens und die konsequente Vollzugspolitik hätten den Rückgang bewirkt.

Wirkung der Verschärfung angezweifelt

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) stellte diese Argumentation in Frage. Sie sieht die Hauptursache für den Rückgang in der Beruhigung der Lage im Kosovo und in der Türkei.

Entscheidend sei die Situation in ganz Europa, denn bereits 2003 seien die Asylgesuche in der Schweiz ohne jede Verschärfung um 20% zurückgegangen, sagte Sprecher Jürg Schertenleib.

Rund 55'000 Menschen im Asylprozess

In absoluten Zahlen gemessen ging die Zahl der Asylgesuche im vergangenen Jahr um 6789 zurück, wie das BFM weiter schreibt. Gleichzeitig befanden sich Ende Dezember 55'103 Menschen im Asylprozess, was einem Rückgang um 9453 (14,6%) entspricht.

Nach wie vor Probleme bereitet gemäss BFM der hohe Bestand der Asylbewerber im Vollzugsprozess. Rund 14'000 Personen sollten das Land verlassen, haben dies aber aus verschiedenen Gründen noch nicht getan. Für rund 9400 von ihnen mussten erst noch Papiere beschafft werden.

9,2% der Gesuche anerkannt

19'157 Asylgesuche wurden 2004 erstinstanzlich behandelt. Im Vorjahr waren es mit 27'314 noch 29,9% mehr gewesen. 1555 Personen wurde Asyl gewährt, wie das BFM weiter schreibt. Dies entspreche einer Anerkennungsquote von 9,2% gegenüber 6,7% im Vorjahr.

Auf 5193 Gesuche wurde im vergangenen Jahr nicht eingetreten. 10'080 Gesuche wurden abgelehnt und weitere 2329 zurückgezogen oder abgeschrieben.

Am meisten Asylsuchende aus Südosteuropa

Die meisten Asylsuchenden stammen laut BFM nach wie vor aus Südosteuropa, obwohl die Gesuche von Menschen aus diesen Ländern 2004 überdurchschnittlich stark zurückgingen. Die meisten Asylsuchenden stammten aus Serbien und Montenegro, gefolgt von der Türkei und Georgien.

Eine 2004 erschienene Studie der International Organization for Migration (IOM) stelle in Europa einen Trend zur freiwilligen Rückkehr fest, schreibt das BFM weiter. Insgesamt überwiege die unfreiwillige Rückkehr aber deutlich.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Im Jahr 2004 haben 14'248 Personen ein Asylgesucht in der Schweiz gestellt.
Davon wurden 10'080 negativ beantwortet.
1555 Personen erhielten Asyl.
2003 waren es 1636.

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