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zeitmessung als schweizer spezialität

Auch das so genannte Photofinish ist eine Schweizer Erfindung. Im Bild: Sprint Frauen in Athen 2004.

(Keystone)

Bei internationalen Sportwettkämpfen setzen sich meist Schweizer Stoppuhren in Bewegung. Die Sport-Zeitmessung ist fest in Schweizer Hand.

Für die Schweizer Uhrenindustrie sind Sportveranstaltungen zu einem wichtigen Aushängeschild geworden. Sportevents sind ein geeignetes Marketing-Instrument.

Olympische Spiele, Ski- Weltmeisterschaften, Internationale Tennisturniere, Weltmeisterschaften im Strassenradfahren oder Montain-Bike, Wettkämpfe im Schwimmen, Reiten, Gymnastik...

...wo immer bei internationalen Sportwettkämpfen Zeit gemessen wird, mischen Schweizer Firmen mit. Die offizielle Zeitmessung wird fast immer einer Schweizer Marke anvertraut: Tissot, Longines, Rado, Tag Heuer, Omega, Swatch, Festina, Certina, Swatch, usw.

Neben den Spitzensportlern flimmern so beständig die Logos dieser Firmen über die Fernsehbildschirme. Häufig ist das Schweizer Kreuz als "Gütesiegel" mit im Bild. "Aber nicht immer", sagt Peter Hürzeler, Co-Direktor

von Swiss Timing, einer Firma der Swatch-Gruppe, die sich auf Zeitmessung im Sport spezialisiert hat. "Beispielsweise bei den Asienspielen in Doha (Katar) 2006 darf das Schweizer Kreuz aus religiösen Motiven nicht erscheinen."

Langfristige Verträge

"Wir haben sehr viel Arbeit, fast zu viel", meint Hürzeler. "Die Spiele von Doha, die Olympischen Sommerspiele in Peking. Neben all den Sportveranstaltungen, die jedes Jahr stattfinden, bereiten wir schon diese Grossereignisse vor."

Bei den Olympischen Sommerspielen in Athen 2004 bestand die Schweizer Zeitmessungs-Equipe aus 310 Personen. 320 Tonnen Material

gehörten zur Ausrüstung. Bei den Winterspielen von Turin 2006 wurden über 100 Kilometer Kabel (Telefon und Glasfaser) verlegt.

"Wir haben Langzeitverträge mit dem Internationalen Olympischen Komitee und anderen internationalen und nationalen Sportorganisationen. Wie können nicht klagen", freut sich Hürzeler.

Vertrauen und Genauigkeit

Gemäss dem Verantwortlichen für Swiss-Timing ist Zeitmessung vor allem eine Frage des Vertrauens. "Jeder Athlet, jeder Verband und Funktionär muss sicher sein, dass die Zeiten korrekt gemessen werden. Dafür braucht es absolute Glaubwürdigkeit." Kompromisse seien da nicht möglich.

Technologie, Qualität und Genauigkeit spielen eine entscheidende Rolle.

Während eine normale Quarzuhr mit einer Frequenz von 27'000 Hertz funktioniert, schlagen die hochspezialisierten Zeitmessgeräte mit einer Frequenz von 25 Millionen Impulsen pro Sekunde.

Die moderne Version des berühmten "Fotofinish" (1946 von Omega erfunden) besteht aus einer Kamera, die 10'000 Bilder pro Sekunde einfangen kann.

Doch Technik allein genügt nicht. "Die Maschinen machen 30% der Qualität bei der Zeitmessung aus. Die restlichen 70% hängen von den Personen ab, welche die Maschinen bedienen", betont Hürzeler.

Und lobt – dies erstaunt nicht – die Verdienste seiner Mitarbeiter.

Die Schweizer Uhrenfirmen haben sich praktisch weltweit ein Monopol in der Zeitmessung erworben. Die einzig seriöse Konkurrentin kommt mit Seiko aus Japan. Dafür sind auch politische Gründe verantwortlich. "Die Schweizer Neutralität hilft uns sehr. Wir werden als unparteiisch gesehen und daher akzeptiert. Das ist ein Riesenvorteil für unsere Arbeit."

Grosser Werbeeffekt

Die Olympischen Spiele sind die weltweit wichtigsten Sport- Ereignisse. Auch wenn sich der Kosten-Nutzen-Effekt nicht detailliert berechnen lässt, stellen solche Ereignisse zweifellos ein

riesiges Werbepotential für die beteiligten Firmen dar.

Omega hat in die Winterspiele von Turin zirka 10 Millionen Franken investiert. Im Gegenzug war die Firma während der Spiele via Medien ständig weltweit präsent.

"Das sind fantastische Schaufenster für uns", meint Jean-Daniel Pasche, Präsident der Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie. "Die Zeitmessung ist zu einer fundamentalen Säule des Marketings geworden."

swissinfo, Marzio Pescia (Übertragung aus dem Italienischen: Gerhard Lob)

Fakten

Swiss Timing wurde 1972 gegründet.
Seither hat Swiss Timing die Zeitmessung bei allen Olympischen Spielen durchgeführt.
Auch bei den Sommerspielen 2008 in Peking, den Winterspielen in Vancouver (Kanada) und im Sommer 2012 in London wird Swiss Timing im Auftrag von Omega wieder dabei sein.

Infobox Ende

In Kürze

Swiss Timing ist auf Zeitmessung bei Sportveranstaltungen spezialisiert und eine Unternehmung der Swatch-Gruppe.

Von den Schweizer Uhrenfirmen haben sich nur einige auf Sportzeitmessung spezialisiert.

Die Spezialisierung zahlt sich heute aus: Zeitmessung ist zu einem grossen Business geworden und hat einen enormen Werbeeffekt zur Folge.

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