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Ziegler kritisiert Israel

Palästinenserfrau mit ihrem Kind im Flüchtlingslager von Jabalia in Gaza.

(Keystone)

Jean Ziegler sorgt sich um die Situation der palästinensischen Bevölkerung. Ihr Recht auf Nahrung werde schwer missachtet, sagte der UNO-Sonderberichterstatter in Genf.

Die Lage für die Palästinenser werde von Tag zu Tag schlimmer, sagte Ziegler bei der Präsentation seines Jahresberichts. Er kritisierte vor der UNO-Menschenrechts-Kommission, dass Israel mit seinen Militäroperationen die Palästinenser einkreise und deren Kommunikationswege abschneide. Bei den schwächsten Bevölkerungsgruppen seien bereits "schwere und fortschreitende Zeichen von Unterernährung" feststellbar.

Hohe Sterberate

Die Sterberate unter den palästinensischen Kindern bis zehn Jahren, den schwangeren Frauen und den alten Menschen sei gestiegen. "Was das palästinensische Volk im Moment erlebt, ist klar eine Einschränkung seines Rechtes auf Nahrung", sagte Ziegler vor den Medien.

"Wenn die palästinensischen Familien wegen der Ausgangssperre und der militärischen Besetzung nicht mehr das Haus verlassen können, können sie sich nicht mehr ernähren", so Ziegler. Er habe sich die Situation vor Ort ansehen wollen. Auf eine entsprechende Anfrage habe er von Israel aber keine Antwort bekommen.

Der Schweizer UNO-Sonderberichterstatter für Ernährung wies auf zwei weitere Fälle von "schwerer Verletzung" des Rechts auf Nahrung hin: das US- Embargo gegen Kuba und die Sanktionen gegen den Irak. Tausende von Kindern seien die Opfer besagter Sanktionen.

Hungeropfer sollen gerichtlich vorgehen können

Von Kritik wird auch der Internationale Währungsfonds (IWF) nicht verschont. Dessen Programme in Niger hätten Hunderttausende von Bauern ruiniert, kritisierte Ziegler, der das Land besucht hatte. Er sprach sich dafür aus, dass Hungeropfer vor Gerichten auf Schadenersatz klagen können.

In diesem Sinn entschied die UNO-Menschenrechtskommission, eine Arbeitsgruppe zu schaffen, die einen fakultativen Anhang zum UNO- Abkommen über die wirtschaftlichen und sozialen Rechte erarbeiten soll. Laut dem Text sollen sich Individuen und Bevölkerungsgruppen direkt an die UNO wenden können.

Gleichgültigkeit tötet

Ziegler rief in Erinnerung, dass an jedem Tag es Jahres auf der Welt "ein Massaker wegen Gleichgültigkeit" geschehe. Gegen 100'000 Personen würden pro Tag sterben, 30 Millionen seien es im letzten Jahr gewesen. Rund 815 Millionen Menschen litten an Unterernährung.

swissinfo und Agenturen


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