Zürich: Das Herz der Neuen Wirtschaft braucht Köpfe

Zürich ist das Zentrum der New Economy. swissinfo.ch

Die Region Zürich ist zum schweizerischen Zentrum für neue Technologien geworden. Aber wie eine Studie aufzeigt, welche die Zürcher Kantonalbank am Dienstag (08.05.) veröffentlichte, leidet der Sektor unter einem grossen Mangel an qualifiziertem Personal.

Dieser Inhalt wurde am 09. Mai 2001 - 09:25 publiziert

Zürich, das Silicon Valley der Schweiz? Die Stadt an den Ufern der Limmat und ihre Region können sicher nicht mit San Francisco verglichen werden. Aber Zürich ist unbestritten zum Herzen dieses neuen Wirtschaftszweigs geworden, der um das Internet, die Telekommunikation, die neuen Medien und die Informatik herum gewachsen ist.

Die von der Zürcher Kantonalbank veröffentlichte und vom Beratungsbüro INFRAS erstellte Studie legt Zahlen vor. So sind in den neuen Technologien im Kanton über 40'000 Vollzeitarbeitsstellen zu finden. "Das sind 31% der landesweit in diesem Sektor Angestellten", erklärt Susanne Stern, Mitautorin der Studie, und sie vergleicht die Situation in Zürich mit jener in Skandinavien oder Grossbritannien.

Natürlich sind die neuen Technologien nicht überall gleich weit vorgedrungen. Ihre Anwendung hängt von der Grösse und der Art der Unternehmen ab (die KMU hinken eher hinterher, ebenso Handel und Industrie), aber insgesamt machen die Zürcher Firmen massiv davon Gebrauch. 89% von ihnen beschaffen sich ihre Informationen über das Internet, 92% kommunizieren per E-Mail.

Wovon hängt aber die Entwicklung dieses Sektors ab? Auch auf diese Frage versuchten die Autorinnen und Autoren der Zürcher Studie eine Antwort zu finden. Zu den Faktoren, die sie gefunden haben, gehört namentlich das vorhandene Angebot im Bereich der neuen Technologien, also der Zugang zu Telekomanbietern, zum Internet usw.

Die Unternehmen sind damit offenbar zufrieden. Trotzdem stellt der Bericht fest, dass bei einem Preis-Leistungs-Vergleich dieser Dienste Zürich gegenüber anderen europäischen Grossstädten benachteiligt ist. "Wenn der Markt noch weiter liberalisiert wird, insbesondere die 'letzte Meile', könnten die Preise gesenkt werden", meint Susanne Stern.

Aber der ausschlaggebende Faktor für die Entwicklung der Neuen Wirtschaft ist nicht die Technologie. Es sind vielmehr die Menschen, denn in diesem Sektor besteht ein grosser Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. So geht es bei der Hälfte aller beim Arbeitsamt der Stadt Zürich gemeldeten offenen Stellen um Posten in der Informatik.

Ausserdem warnen die Autorinnen und Autoren der Studie: die gegenwärtige Knappheit dürfte noch zunehmen und die Entwicklung der berühmten Neuen Wirtschaft bremsen. Ihre erste Empfehlung betrifft daher die Ausbildung: es braucht mehr Fachkräfte in der Informatik.

Aber um diese Aufgabe zu bewältigen, braucht es grosse Anstrengungen, wie Susanne Stern ausführt: "Wir müssen nicht nur Fachkräfte ausbilden, sondern die ganze Bevölkerung, damit alle die neuen Technologien nutzen können."

Pierre Gobet, Zürich

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