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Zwei Tonnen Kaviar vernichtet

"Es muss nicht immer Kaviar sein."

(swissinfo.ch)

Die Schweiz hat einen illegalen Kaviarhandel aufgedeckt und zwei Tonnen Kaviar beschlagnahmt.

Auch wenn es Kaviar-Liebhaber schmerzt, die Ware musste von Gesetzes wegen vernichtet werden.

Der Handel mit Kaviar unterliegt strengen Regeln. Diese sind im internationalen Übereinkommen über den Handel mit gefährdeten Tieren und Pflanzen (CITES) festgelegt.

Das Artenschutzgesetz schreibt vor, dass konfiszierte Ware zerstört oder sicher aufbewahrt werden muss. So werden Tiere an wissenschaftlich geleitete Zoos weitergegeben. Kaviar dagegen muss vernichtet werden.

Weltweit einer der grössten Fälle

Der aktuelle Fall geht zurück auf das Jahr 2001. Was war geschehen? Das Schweizer Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) hatte damals einen Hinweis erhalten, dass illegal Kaviar verschoben werde. Der beim BVET zuständige Jurist, Amedeo Baumgartner, spricht in dem Zusammenhang von einem "raffinierten Konstrukt".

Hinter dem illegalen Handel steckt laut Bundesamt eine Import-Export-Firma mit Sitz in Genf. Der Kaviar gelangte demnach in mehreren Lieferungen vermutlich aus Kasachstan via eine Vertriebsgesellschaft in Dubai in die Schweiz.

"Der Fall ist einer der grössten CITES-Straffälle weltweit", sagt Thomas Althaus, Leiter Artenschutz beim BVET. Mit seiner Lösung sei ein wesentlicher Beitrag im Kampf gegen den illegalen Kaviar-Handel und zum Schutz der Störe geleistet worden, sagt Althaus weiter.

Einnahmequelle für die Armen

Und genau darum geht es. Die begehrten Fischeier, Kaviar also, liefern die Störe. Diese leben vor allem im Kaspischen Meer, das zwischen Iran, Kasachstan, Aserbeidschan, Turkmenistan und Russland liegt. Die Störe sind in ihren Beständen bedroht.

Kaviar- und Störhandel sind eine wichtige Einkommensquelle für diese Staaten. Mit der illegalen Fischerei schlagen sich viele arme Leute durch.

Nach Angaben der Umweltorganisation WWF ist ein grosser Teil des Handels mit Kaviar illegal. Oft würden CITES-Zertifikate gefälscht oder der Kaviar von Schmugglern in den Westen gebracht.

Zum Schutz der bedrohten Störe im Kaspischen Meer wurden offiziell im Jahr 2000 die Fangquoten verringert. Auch wurde ein einheitliches Etikettierungssystem für Kaviar eingeführt.

Auch die Zucht wird gefördert und die Russen erfanden eine Art "Kaiserschnitt" für den Stör: Dabei wird der befruchtete Rogen den Störweibchen entnommen, ohne dass diese getötet werden müssen.

Bundesgerichts-Entscheid

Die Genfer Firma, bei der illegaler Kaviar beschlagnahmt wurde, sah das alles etwas anders. Sie nahm die Beschlagnahmung nicht hin und argumentierte, sie habe in "gutem Glauben" angenommen, dass die Ware legal sei.

Eine Beschwerdekommission des Schweizer Wirtschaftsministeriums hatte dem Genfer Unternehmen zuerst Recht gegeben. Das oberste Schweizer Gericht hob im Februar 2002 die Entscheidung jedoch wieder auf.

Damit wurde die Kaviar per Gesetz illegal und muss nun vernichtet werden.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Bis ins Jahr 2000 war die Schweiz eine Drehscheibe für den internationalen Kaviarhandel.

1998 führte die Schweiz 65 Tonnen Kaviar ein (Quelle BVET). Mehr führten nur noch Japan (100 Tonnen) und die USA (70 Tonnen) ein.

Nachdem der Handel strengeren Regeln unterworfen wurde (1997 wurden die Störe unter Schutz gestellt), sank die Einfuhr in die Schweiz.

2002 wurden nur noch 6,1 Tonnen Kaviar importiert, vor allem für den Inlandkonsum. 1,3 Tonnen waren für die Wiederausfuhr bestimmt.

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