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Nationalfeiertag 1. August


Tell und Lady Liberty – Traumpaar für die Grundwerte der Menschheit







Der Schweizer Freiheitsheld Wilhelm Tell & Sohn Walter feiern den 1. August zusammen mit über 80 Gästen auf einer kleinen Insel vor New York, 28 Kilometer Luftlinie von der Freiheitsstaue entfernt (Fotomontage). (zVg)

Der Schweizer Freiheitsheld Wilhelm Tell & Sohn Walter feiern den 1. August zusammen mit über 80 Gästen auf einer kleinen Insel vor New York, 28 Kilometer Luftlinie von der Freiheitsstaue entfernt (Fotomontage).

(zVg)

Er versetzt keine Berge, aber verwandelt Berggipfel wie das Matterhorn oder die Jungfrau in riesige Schweizerfahnen aus Fels und Eis: Der Schweizer Lichtkünstler Gerry Hofstetter. Zum Schweizer Nationalfeiertag am 1. August versetzt der 54-jährige Zürcher nun aber den Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell nach New York. Damit vereint er Tell, dessen Sohn Walter und Lady Liberty, die Freiheitsstatue, zu einer "Patchwork-Familie, die für Freiheit und Unabhängigkeit als Grundwerte der Menschheit steht".

Hofstetter trennt klar zwischen Mythos und Realität. "Nein, Tell hat auf keinen kleinen Apfel geschossen. Aber jetzt geht er in den Big Apple."

Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch.

Genauer: auf "Rat Island". Die kleine Felseninsel vor dem Stadtteil Bronx ist übrigens die einzige Privatinsel New Yorks; die Besitzer, zwei Schweizer Expats, trugen wesentlich zur Realisierung von Hofstetters Projekt bei.

Das Original des Telldenkmals aus Bronze steht in Altdorf im Kanton Uri. Es zeigt den bärtigen Freiheitshelden, die Armbrust geschultert, den anderen Arm schützend um seinen kleinen Sohn Walter gelegt.

Hofstetters originalgetreue Kopie hat mit vier Metern Höhe zwar Originalgrösse, ist aber aus Polyester und Kunstharz gegossen.

"Schwester-Republiken"

Die Aktion Hofstetters ist ein Projekt für die Freundschaft zwischen der Schweiz und den USA als "Sister Republics". Als das werden sie bezeichnet, weil sie sich gegenseitig für ihre Verfassungen inspiriert hatten (1776 USA, 1848 Schweiz).

Hofstetters Tell hat in New York sogar eine eigene offizielle Adresse: 1291 Wilhelm Tell Square, c/o 186 Cross Street, City Island, Bronx, NY 10464.

Bekannt geworden ist Hofstetter vor allem mit gigantischen Lichtprojektionen. 2012 hatte er die Titanic in Originalgrösse auf einen Eisberg der Arktis projiziert. Anlass war das 100-Jahre-Jubiläum des Sinkens des Ozeanriesen.

2005 und 2012 zauberte er jeweils riesige Schweizer Fahnen auf das Matterhorn resp. die Jungfrau, die über 4000 Meter hohe Königin der Berner Alpen.

Am Sonntag, den 31. Juli fährt Hofstetter, die zwei Gastgeber sowie 80 geladene Gäste mit einem Boot, begleitet von Klängen einer Band aus Schweizer Expats, auf die Insel. Dort enthüllt Hofstetter den Tell.

Recht auf Freiheit und Unabhängigkeit

Mit seiner Aktion will Hofstetter die Erinnerung wachhalten an das, wofür Tell steht: Den Kampf für das Recht auf Freiheit und Unabhängigkeit. "Sein Glaube an diese Werte machen Wilhelm Tell zu einer Lichtgestalt, einer Figur mit Symbolkraft."

Zwei Rollen verkörpert Hofstetters Tell in New York explizit nicht: "Er ist nicht der Erfinder der Demokratie, vielmehr deren Ursprung. Es waren die Amerikaner, welche die Demokratie erfunden hatten. Wir Schweizer haben sie dann übernommen und verfeinert."

Und, für den Künstler ganz wichtig: Wilhelm Tell weilt nicht als Politiker im Big Apple. "Tell unterstützt Lady Liberty, und gemeinsam vermitteln und stärken sie die Menschenrechte als Grundwerte der Menschheit.

Dabei kann sich Hofstetters "Patchworkfamilie" nicht einmal in die Arme schliessen: Tell & Sohn sind auf ihrer Mini-Insel 28 Kilometer Luftlinie von Liberty Island entfernt. Sie sind aber so positioniert, dass sie Lady Liberty genau im Blick haben. 

swissinfo.ch

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