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Bündner Kunstmuseum Gletscher: Gefrorene Zeit

Der Klimawandel beschäftigt den Fotografen Daniel Schwartz schon seit Langem. Die Ausstellung "Gletscher Odyssee" im Bündner Kunstmuseumexterner Link zeigt nun in Bildern, was sich vor der Tür des Kunsthauses abspielt.

Ein Spaziergang an der Seite des Vaters, an einen Ort der Kindheitserinnerungen in den Walliser Bergen: Das gab den Ausschlag für Schwartz' aktuelle Arbeit. Der gemeinsame Blick auf den heutigen Rhonegletscher, sowie die Betrachtung einer Fotografie eines fünfzig Jahre zurückliegenden Ausflugs machte das Thema fassbar: Der über Jahrtausende gewachsene und sich unbemerkt fortbewegende Eisstrom zieht sich zurück - und löst sich praktisch vor unseren Augen auf. 

Am Anfang stand die Neugier 

Daniel Schwartz kehrte nach diesem Ausflug nach Hause zurück, nach Solothurn, an den von Gletschern geprägten Jura-Südfuss. Das Thema liess den Fotografen nicht los: Er studierte Karten, kontaktierte Glaziologinnen und Glaziologen. Schwartz geht beim Arbeiten immer ähnlich vor: Am Anfang steht die Recherche - die Neugier und der Wunsch, die Zusammenhänge verstehen zu wollen.

Dabei knüpft er an sein eigenes Leben an: Über Orte und Wege der eigenen Biografie erschliesst Schwartz den Alpenraum. Diesen ergänzt er mit Bildern von Gletschergebieten in Asien, Afrika und Südamerika. Die Bilder und Karten der Ausstellung zeigen die Gletscherstände der letzten Eiszeit und den Schwund im Laufe der letzten 200 Jahre.

Zwischen Kunst und Faktentreue

Zur Eröffnung im Bündner Kunstmuseum in Chur sagt Daniel Schwartz: "Was Sie heute hier an den Museumswänden sehen, ist das Resultat von fotojournalistischer Arbeit." Und fügt hinzu: "Meine Arbeit basiert auf Fakten. Mit meiner Kamera begebe ich mich vor Ort, wo ich real existierende Begebnisse und Situationen festhalte. Und: Der Gegenstand hat eine gesellschaftspolitische Relevanz."

Am Ende des 21. Jahrhunderts wird von den Gletschern heute kaum mehr etwas übrig bleiben, darin sind sich die meisten Expertinnen und Experten einig.

Festhalten, was vergeht

Die Politik hinkt der Entwicklung immer einen Schritt hinterher. Und die Kunst gibt sich zwar oft gesellschaftlich relevant, ziert sich aber oft, die Auseinandersetzung mit dem zu suchen, was sich täglich vor uns abspielt. Die Arbeit von Daniel Schwartz macht hier eine Ausnahme und führt uns vor Augen, was irgendwann einmal Vergangenheit sein kann.

Die Ausstellung in Chur baut auf Daniel Schwartz's Projekt, das 2017 im Verlag Thames&Hudson unter dem Titel "While The Fires Burn"externer Link erschienen ist. Die Ausstellungexterner Link dauert vom 10. November 2018 bis zum 17. Februar 2019. 

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