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#DearDemocracy Globi erklärt Kindern die Demokratie

Globi und Helvetia

Helvetia erklärt Globi - und den Lesern und Leserinnen - die Schweizer Demokratie.

(Orell Füssli)

Zauberformel, Gewaltenteilung, Bundesverfassung: Das sind alles Worte, die Kinder sofort abschrecken, weil sie nur für Erwachsene gemacht scheinen. Jetzt versucht ein Buch, den Kindern zu erklären, wie die Demokratie in der Schweiz funktioniert. Der Autor macht das mit einer in der Deutschschweiz sehr beliebten Figur – mit Globi.

Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracyexterner Link, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch.

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Es ist schwierig, Kindern das politische System der Schweiz zu erklären. Wer es schon einmal versucht hat, erntete vermutlich bloss grosse Augen. Schon deshalb, weil Politik nach Ansicht vieler Kinder etwas für Erwachsene ist.

Wie also kann man die Kleinen für Politik begeistern? "Indem man ihnen eine Geschichte erzählt und sie mit einer vertrauten und beliebten Kindercomicfigur auf eine Reise durch die Schweiz nimmt", erklärt Marc Zollinger, Autor des Buches "Globi und die Demokratieexterner Link".

Das neue Globi-Buch handelt von der Schweizer Demokratie.

(Orell Füssli)

Globi, Botschafter der Demokratie

Globi, halb Mensch und halb Papagei, wurde vor über 80 Jahren als Werbefigur für die Ladenkette Globus konzipiert. Der blaue Vogel eroberte aber bald in Form von Comicbüchern die Herzen der Schweizer Kinder. Und er tut es bis heute. Die Figur mit dem gelben Schnabel, der Baskenmütze auf dem Kopf und der karierten Hose hat viele Generationen von Kindern nach China, in die Alpen, nach Venedig, ins Fernsehen oder in den Zoo entführt.

"Aber Globi hat sich noch nicht dem grössten Abenteuer gestellt: dem der Demokratie", sagte Nationalratspräsident Dominique de Buman bei der Präsentation des Buches im Bundeshaus. "Es ist in der Tat die Politik, die über die Beziehungen der Schweiz zu China entscheidet, oder wie man die Goldbarrendiebe der Schweizerischen Nationalbank bestraft." Also über Dinge, die in Globis Abenteuern eine Rolle spielen.

Begleitet von Helvetia, einer weiblichen Figur, welche die Schweiz symbolisiert, besucht Globi in dem neuen Buch Orte und Menschen, die für die Entwicklung der Schweizer Demokratie wichtig waren.

Das Abenteuer beginnt auf der Rütliwiese, wo die Schweiz der Mythologie nach gegründet wurde. Globi stellt tausend Fragen und ist neugierig, wie es Kinder auch sind. Helvetia kommt die Aufgabe zu, die Fragen auf verständliche Art zu beantworten. Die Kinder erkennen sich in Globi wieder und können sich mit ihm identifizieren, weil er ein bisschen ist wie sie: ein sympathischer und witziger Frechdachs. Und so bringt er den Kindern bei, wie Schweizer Institutionen funktionieren.

Globi mit Wilhelm Tell

Das Abenteuer beginnt mit Wilhelm Tell, dem Nationalhelden der Schweiz.

(Orell Füssli)

"Globi ist eine Art Botschafter der Demokratie. Er baut eine Brücke zwischen den Kindern und abstrakten Konzepten", sagt Moria Zürrer von der Neuen Helvetischen Gesellschaftexterner Link, die das Buch in Auftrag gegeben hat. Letztere ist eine überparteiliche Organisation, die zu Beginn des Ersten Weltkriegs als Reaktion auf landesinterne Streitigkeiten und zur Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit gegründet wurde.

Vom Buch zum Alltag

"Globi und die Demokratie" ist Teil der Reihe "Globi Wissen". Diese Sammlung will Kindern Themen näherbringen, die für sie eher kompliziert und schwer verständlich sind, wie Chemie, Raum und Zeit oder Energie.

Obwohl es sich um "ernste" Themen handelt, bleibt Globi dabei die burleske Figur, die er ist. So fordert er im Buch über Demokratie an einer Stelle, dass folgende Rechte in die Bundesverfassung aufgenommen werden: ein Haustier eigener Wahl zu besitzen, sich einmal pro Woche mit Freunden zum Kuchenessen zu treffen oder kostenlose Freibäder.

Globi hält eine Rede

Globi hält eine Rede - mit Verve.

(Orell Füssli)

Globi möchte deshalb die Bundesverfassung ändern. "Muss es ein wichtiger Text sein?", fragt der blaue Vogel. "Natürlich ist er das", antwortet Helvetia. "Die Verfassung regelt das Zusammenleben in der Schweiz. Sie gibt Sicherheit, garantiert Freiheit und sorgt für Gerechtigkeit."

"Es reicht nicht, Demokratie aus Büchern zu lernen", sagt Zürrer. "Demokratie muss jeden Tag gelebt werden. Um an demokratischen Prozessen teilzunehmen, muss man die Demokratie kennen und ihre Regeln verstehen."

Globi mit Cassis

Globi mit dem Schweizer Aussenminister, Ignazio Cassis.

(Orell Füssli)

"Das Buch über Demokratie ist nicht nur für Kinder gedacht, sondern auch für deren Eltern", erklärt Zürrer. Tatsächlich können Erwachsene beim Vorlesen von Globis Abenteuern Demokratie mit angenehmen Empfindungen verbinden, wie beispielsweise das Zusammensein in einer Gemeinschaft.

"Die eigentliche Reise beginnt jetzt", sagt der Autor des Buches, Marc Zollinger. "Es werden die Kinder und Jugendlichen sein, die uns sagen, ob unsere Geschichte ihnen das Funktionieren der Schweizer Demokratie erklären konnte."

Aus einem der frühen Globi-Bücher.

(Orell Füssli)

Globi

Globiexterner Link ist eine lustige Kreatur, die 1932 in der Sahara aus einem Ei geschlüpft ist. Schöpfer dieser in der Deutschschweiz sehr beliebten, aber in den anderen Landesteilen praktisch unbekannten Figur sind Ignatius Karl Schiele, Werbeleiter der Ladenkette Globus, und der Illustrator Robert Lips.

Gemeinsam haben sie dem unverwechselbaren Charakter, halb Mensch und halb Papagei, mit der Baskenmütze auf dem Kopf und der karierten Hose, die im Laufe der Jahre zum Protagonisten unzähliger Abenteuer geworden ist, Gestalt verliehen.

In den ersten Büchern sieht man Globi eine Zigarette rauchen oder ein Glas Wein trinken, was in den 1940er-Jahren sicherlich nicht auf Applaus der Pädagogen stiess. In den 1970er-Jahren wurde Globi Rassismus und Paternalismus vorgeworfen. Inzwischen hat Globi seine Lektion gelernt, ohne den Lausbubencharakter ganz zu verlieren.

Manche der Globi-Bücher sind aus dem Deutschen ins Englische und Französische übersetzt worden.

"Globi und die Demokratieexterner Link" gibt es bisher nur auf Deutsch, aber die Autoren beabsichtigen, das Buch auch in die anderen drei Landessprachen übersetzen zu lassen.

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(Übertragung aus dem Italienischen: Sibilla Bondolfi)

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