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Gewalt gegen Frauen – auch in der Schweiz ein Problem

Der UNO-Tag gegen Gewalt an Frauen findet seit 1981 statt.

(swissinfo.ch)

Anlässlich des internationalen UNO-Tages gegen Gewalt an Frauen erinnern Frauen-Organisationen daran, dass häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch auch in der Schweiz ein gesellschaftliches Problem sind.

Mit Veranstaltungen soll die Öffentlichkeit sensibilisiert und die Information für betroffene Frauen verbessert werden.

"Die Kampagne wird von lokalen Organisationen getragen", führt Monique Aeschbacher vom Eidgenössischen Gleichstellungsbüro gegenüber swissinfo aus.

Die Frauenhäuser starten eine Plakatkampagne und in Zürich verteilen Frauenorganisationen Abzeichen mit der Botschaft: "Stopp der Gewalt gegen Frauen".

"Terre des femmes Schweiz" will das das Thema "Zwangsheirat" in den Schulen thematisieren, Die Organisation hat deshalb ein Lehrmittel präsentiert.

Die Unterrichtsmappe biete die Möglichkeit, das Thema im Unterricht differenziert zu behandeln, schreibt "Terre des femmes" in einer Mitteilung. Die Mappe mache deutlich, dass Zwangsheirat eine Menschenrechtsverletzung sei.

Zwangsheirat ist eine Strategie

Zentraler Bestandteil des Lehrmittels ist die Auseinandersetzung mit den Ursachen von Zwangsheirat. Diese sieht "Terre des femmes" in traditionellen Vorstellungen von Ehe und Familie und nicht in einer bestimmten Kultur oder Religion. Zwangsheirat könne eine Strategie sein, um bestimmte Familieninteressen durchzusetzen.

Bei der Mehrheit der davon Betroffenen in der Schweiz handle es sich um Frauen aus Migranten-Familien im Alter von 16 bis 19 Jahren. Betroffen seien hinduistische Tamilinnen, christlich-orthodoxe Asyrerinnen und Aramäerinnen, muslimische und katholische Kosovarinnen, orthodoxe Jüdinnen, sunnitische Türkinnen und alevitische Kurdinnen.

Zwangsheiraten seien häufig verbunden mit Drohungen gegen die jungen Frauen, hält "Terre des femmes" fest. Es sei wichtig, dass die Betroffenen wüssten, was ihre Rechte seien und wie ihnen bei einer drohenden Zwangsheirat geholfen werde.

Verbesserung auf Gesetzesebene

Gemäss Schätzungen sind in der Schweiz 20% der Frauen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren von sexuellem Missbrauch durch ihren betroffen. Gewalt gegen Frauen verursacht laut Schätzungen jährliche Kosten von 400 Millionen Franken.

Seit 2004 ist häusliche Gewalt in der Schweiz ein Offizialdelikt. Die Polizei muss eingreifen, auch wenn keine Klage vorliegt. Und im Juni 2006 hat das Parlament einer Verschärfung des Zivilgesetzes nach dem Motto "Wer schlägt, geht" zugestimmt.

Täter und Täterinnen können nun zum Schutz der Opfer befristet aus der gemeinsamen Wohnung weggewiesen werden. Neu ist das sogenannte "Stalking" strafbar.

Gleichzeitig weisen Frauenorganisationen auf den Kapazitätsmangel in den Frauenhäusern hin.

Im Widerspruch zu einer zivilisierten Gesellschaft

Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Morde in der Schweiz innerhalb der Familie verübt werden. Der prominenteste Fall war im Mai dieses Jahres die Ermordung der bekannten Skifahrerin Corinne Rey-Bellet durch ihren Ehemann.

Der internationale UNO-Tag gegen Gewalt an Frauen findet seit 1981 jedes Jahr am 25. November statt.

Gemäss der UNO werden weltweit mindestens ein Drittel der Frauen geschlagen, zum Sex gezwungen oder sonst missbraucht.

In seiner Botschaft sagte UNO-Generalsekretät Kofi Annan, dass diese Aggressionen "unermessliches Leid" verursachten und die Frauen daran hindere, sich voll zu entfalten.

"Gewalt gegen Frauen steht im Widerspruch zu einer zivilisierten Gesellschaft", so Annan

swissinfo

In Kürze

In der Schweiz sind 20% der mindestens einmal im Leben Opfer von häuslicher Gewalt, sei es durch Drohungen, Erpressungen, Schläge oder sexuellen Missbrauch.

Zwischen 2000 und 2004 wurden gemäss Bundesamt für Statistik jährlich 28 Frauen und 13 Männer Opfer von Familiendramen.

54% der Morde werden im Rahmen der Familie verübt. In den USA sind es lediglich 20%.

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