Anzeichen für eine konjunkturelle Wende

Laut Bernd Schips von der KOF dürfte die Talfahrt gebremst sein. Keystone

Die Talfahrt der Schweizer Wirtschaft dürfte nach Ansicht der Konjunktur-Forschungsstelle der ETH Zürich (KOF) Anfang 2004 zu Ende gehen.

Dieser Inhalt wurde am 26. August 2003 - 13:45 publiziert

In den nächsten Monaten wird insbesondere in der Exportwirtschaft eine Verbesserung erwartet.

Die Konjunktur-Forschungsstelle KOF der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) sieht Anzeichen für eine konjunkturelle Wende Anfang nächsten Jahres. Vor allem in der Exportwirtschaft hätten sich die Erwartungen der Unternehmen verbessert, sagte KOF-Leiter Bernd Schips an einer Medienkonferenz am Dienstag in Zürich.

Richard Etter, Gruppenleiter Konjunktur-Umfragen, sieht "einige positive Anzeichen" im Konsumenten-Sektor, wie er gegenüber swissinfo sagte. Generell könne man aber lediglich von "sehr schwachen Signalen" sprechen.

Problem Deutschland

Voraussetzung für eine Wende sei allerdings, dass sich die Konjunktur in den USA und der EU erhole. Weiter erklärte Schips, ein Problem sei die anhaltende Wachstumsschwäche Deutschlands, des wichtigsten Handelspartners der Schweiz.

Das KOF-Konjunkturbarometer zeigte für den Juli eine leichte Aufwärtstendenz und signalisierte damit ein Ende der Wachstums-Verlangsamung auf Anfang nächsten Jahres. Für das laufende Jahr erwartet die Konjunktur-Forschungsstelle der ETH eine Stagnation des Bruttoinlandprodukts.

Erneut geschrumpft

Im zweiten Quartal sei die Schweizer Wirtschaft erneut geschrumpft. Negativ war die Entwicklung laut KOF-Umfrage besonders im Gastgewerbe und im Detailhandel sowie in vermindertem Ausmass auch in der Industrie. Nur die Banken und weniger ausgeprägt auch die Versicherungen meldeten eine Zunahme der Nachfrage.

Im Juli erreichte das Barometer einen Stand von -0,64 nach -0,71 im Vormonat und -0,76 im Mai. Nach den aktuellen Ergebnissen der monatlichen Konjunkturumfrage in der Industrie fielen die Werte der vergangenen Monate nicht ganz so schlecht aus wie noch vor einem Monat angenommen. Damals hatte die KOF den Stand des Konjunkturbarometers noch mit -1,15 für den Juni und -1,06 für den Mai angegeben.

Die jüngste Tendenzwende ändere aber nichts an der bisherigen Einschätzung, wonach das Wachstum der Wirtschaft bis Ende dieses Jahres langsamer ausfalle. Sie signalisiere vielmehr, dass eine Fortsetzung der Verlangsamung über das Jahresende hinaus nicht zu befürchten sei.

Beschäftigungslage weiter verschlechtert

Die Beschäftigungslage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat sich im zweiten Quartal 2003 weiter verschlechtert. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl Erwerbstätiger um 0,9% auf 4,140 Millionen ab, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Gemäss BFS ist noch keine Trendwende in Sicht. Der Index der offenen Stellen sank im Vergleich zum Vorjahr um fast einen Drittel.

Um diesen unerfreulichen Trend zu bremsen, wäre ein Wirtschaftswachstum von mindestens 2% nötig, erklärte Richard Etter von der KOF gegenüber swissinfo.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Schweizer Konjunktur blieb auch im 2. Quartal 2003 schwach. Der Sammel-Indikator Geschäftsgang der Industrie signalisiert für das 2. Quartal 2003 erneut ein leicht rückläufiges gesamtwirtschaftliches Wachstum.

Negativ war die Entwicklung besonders im Gastgewerbe sowie im Detailhandel, aber auch in der Industrie. Im Baugewerbe blieb die Aktivität ebenfalls rückläufig.

Nur die Banken und, weniger ausgeprägt, die Versicherungen meldeten eine Zunahme der Nachfrage. Insgesamt signalisiert der Konjunktur-Barometer das Ende der Wachstums-Verlangsamung Anfang 2004.

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