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Augenschein in Palästina

Gaza-Stadt, 7. September 2004: Brennende Autoreifen als Protest gegen einen israelischen Helikopterangriff.

(Keystone)

Eine Schweizer Delegation mit Parlamentariern, Wissenschaftern und Schriftstellern reist am Samstag zu einem einwöchigen Besuch in die besetzten palästinensischen Gebiete.

Auf dem Programm steht auch ein Treffen mit Palästinenserführer Yasser Arafat.

Die 12-köpfige Gruppe will sich in der West Bank und im Gazastreifen ein Bild über die Lebensbedingungen der Bevölkerung unter der israelischen Besatzung machen. Dazu wollen die Mitglieder mit möglichst vielen Zivilpersonen sprechen.

Organisiert wurde die Reise vom Vertreter der palästinensischen Behörden in der Schweiz, Anis Al-Qaq.

"Sie sollen die Realität mit eigenen Augen sehen, und sich ebenfalls ein Bild machen von den Menschenrechts-Verletzungen sowie den Verletzungen des internationalen humanitären Völkerrechts", sagte Al-Qaq gegenüber swissinfo.

Wichtige Schweiz

"Schweizer Rechtsexperten sollen mit dem Besuch die Möglichkeit erhalten, verschiedene Aspekte zur Situation der Palästinenser und eines möglichen Friedens zu diskutieren."

Al-Qaq strich die wichtige Rolle der Schweiz im Bemühen um die Beendigung des Nahost-Konflikts hervor, namentlich ihre Unterstützung der Genfer Initiative.

Dabei handelt es sich um eine Friedensinitiative von Privatpersonen beider Konfliktparteien, welche im vergangenen Oktober mit logistischer und finanzieller Hilfe der Schweiz lanciert worden war.

Umfassendes Bild

Der Delegation gehören auch vier Mitglieder des Parlaments an. Delegations-Mitglied Daniel Vischer von den Grünen ist der Meinung, dass es sehr wichtig sei, sich vor Ort ein genaues Bild der Lebensumstände der palästinensischen Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten zu verschaffen.

"Ich habe den Eindruck, dass wir in der Schweiz nicht umfassend genug, sondern etwas zu einseitig informiert werden", sagte Vischer gegenüber swissinfo. "Die Medien in der Schweiz berichten zu wenig darüber, wie hart das Leben in den besetzten palästinensischen Territorien ist."

Das reich befrachtete Programm sieht laut Vischer Gespräche mit Yasser Arafat und palästinensischen Parlamentariern vor, aber vor allem Treffen mit zivilen Personen und Menschenrechts-Gruppen. Auch sind Besuche kultureller Institutionen geplant.

Gegenseite anhören

Die Delegation will aber auch die israelische Mauer in Augenschein nehmen und mit Personen sprechen, deren Leben direkt vom bis zu acht Meter hohen Sperrwall eingeschränkt wird.

Um mögliche Vorwürfe der Einseitigkeit zu begegnen, werden die Schweizer Vertreter auch mit Mitgliedern der Knesset, des israelischen Parlaments, zusammentreffen.

Obwohl die Delegation keinen offiziellen Status hat, freuen sich die Mitglieder laut Vischer darauf, ihren Partnern die Position der Schweiz im Nahost-Konflikt näher zu erläutern.

"Wir haben zwar kein Mandat, die Haltung der Schweiz zu erklären, aber wir erwähnen natürlich die verschiedenen positiven Schweizer Initiativen für die Region, die Genfer Initiative eingeschlossen", sagte Vischer.

swissinfo, Morven McLean and Mohamed Cherif
(Übertragung aus dem Englischen: Renat Künzi)

Fakten

Zur 12-köpfigen Delegation gehören die Nationalräte Daniel Vischer und Geri Müller von den Grünen sowie Bruno Frick (Christlichdemokratische Volkspartei) und Carlo Sommaruga (Sozialdemokraten).
Der einwöchige Besuch wurde von Anis al-Qaq organisiert, dem Vertreter der palästinensischen Autonomiebehörden in der Schweiz.
Die Gruppe wird mit Palästinenserführer Yasser Arafat zusammentreffen, mit Vertretern der palästinensischen Nationalversammlung und des israelischen Parlaments.

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