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Aus der Traum für die Schweiz

Barnetta im Zweikampf mit Kalinichenko.

(Keystone)

Die Schweizer Nationalmannschaft hat im Achtelfinal der Fussball-WM in Köln im Elfmeterschiessen mit 0:3 gegen die Ukraine verloren und muss die Koffer packen.

Das letzte Mal hatte sich die Schweiz an der Fussball-WM 1954 im eigenen Land unter den besten 8 Mannschaften einer Endrunde qualifiziert. Nun klappte es erneut nicht.

Im mit 45'000 Zuschauer ausverkauften Rhein-Energie-Stadion in Köln war es zu Beginn die Schweiz, die versuchte, gute Torchancen herauszuspielen. Zwar war die Nati in der Startphase mehr im Ballbesitz, doch die Ukrainer störten früh und liessen die Schweizer nur selten bis zum Tor vordringen.

Nach der ersten Viertelstunde erhöhte die Ukraine Druck und Tempo. Dabei hatte die Schweiz Glück: Ein Freistoss der Ukraine nach einem Foul von Johan Djourou in der 20. Minute wurde von Schewtschenko nur an die Latte abgelenkt.

In der 23. Minute war es an der Schweiz: Freistoss aus etwas über 20 Metern; doch auch Alex Frei drosch den Ball nur an die Latte.

Doch wenn der Ball einmal in der Nähe des ukrainischen Tors war, standen die Abwehrspieler besser als die Schweizer, die sich sichtlich abmühten. Nach der 30. Minute verlor die Ukraine die Kontrolle nur selten. Das 0:0 in die Pause zu retten, war eine Erleichterung.

Ukraine setzt Dampf auf

Nach der Pause schalteten die Ukrainer noch einen Gang höher. Für die Schweiz wurde es zusehends schwierig, gegen ihr Bollwerk anzurennen. Erst in der 50. Minute schafften es die Schweizer bis zum ukrainischen Strafraum.

Immer mehr kamen die Ukrainer gefährlich nahe ans Schweizer Tor und drängten die Schweiz in die Defensive. Dabei zeigte die Schweizer Abwehr einige gute Szenen.

Zwar kamen die Schweizer um die 70. Minute wieder vermehrt in Ballbesitz, doch konnten sie nach vorne kaum aktiv werden. Es haperte am Abschluss.

Dafür kam die Ukraine in der 75. Minute wieder zu einer guten Chance: Nach einem Corner köpfelte Andrej Gussin den Ball an die Latte.

Doch gegen Schluss der regulären Spielzeit schienen beide Mannschaften wie gelähmt. Hin und her wurde gekickt, Ballverlust folgte Ballverlust auf beiden Seiten. Zwar konnten die Schweizer wieder etwas freier aufbauen, doch die Pfiffe aus dem Publikum sagten alles.

Verlängerung in Schweizer Hand

In der ersten Hälfte der Verlängerung konnten die Schweizer etwas befreiter aufspielen und wirkten wieder frischer. In der 97. Minute fehlte Barnetta nicht viel, in der 100. Vogel. Doch die Ukrainer bleiben kontergefährlich.

Weil die Schweizer Abwehr, besonders Grichting, immer gut stand, konnten echte ukrainische Chancen verhindert werden. Es blieb beim 0:0.

Elfmeterschiessen: Nichts geht mehr

Das Elfmeterschiessen wurde zum Krimi. Schewtschenko schiesst; Zuberbühler hält. Streller schiesst; Schowkoski hält. Milewski trifft zum 1:0 für die Ukraine.

Dann trifft Barnetta nur die Latte. Als Cabanas zum Elfmeter antritt, ist die Schweiz bereits durch Rebrow 0:2 im Rückstand. Schowkoski hält erneut.

Gussew schliesslich macht das 0:3 zur Realität. Die Ukraine ist im Viertelfinal gegen Italien, die Schweizer Nationalmannschaft muss den Heimweg antreten.

Niederlage akzeptieren

"Wir sind angetreten, um zu gewinnen", sagte Nationalcoach Köbi Kuhn nach dem Match. "Wir müssen aber auch die Niederlage akzeptieren. Wir spielen keinen defensiven Fussball, doch die Tatsache, dass wir in der ganzen Vorrunde kein einziges Tor kassiert haben, hilft uns jetzt auch nicht mehr weiter."

Torhüter Pascal Zuberbühler ergänzte: "Es ist ganz bitter und schade, denn wir waren das bessere Team. Die Ukraine hat nicht viel zu einem attraktiven Spiel beigetragen und wurde doch noch mit der Viertelfinal-Qualifikation belohnt."

Die Schweizer Fussballfans können die Nationalmannschaft übrigens bereits am späteren Dienstagnachmittag in der Schweiz willkommen heissen. Köbi Kuhns Team wird ab 17:30 Uhr im Flughafen Zürich-Kloten erwartet. Der Empfang ist öffentlich und findet im Areal 102 statt.

swissinfo, Christian Raaflaub

Fakten

Die Schweiz war in Deutschland zum achten Mal an einer WM-Endrunde dabei.
Für die Ukraine ist es eine Premiere.

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In Kürze

Die Schweiz spielte am Montagabend zum dritten Mal seit Ende des II Weltkriegs in einem Achtelfinal der Fussball-WM.

1954 gewann die Schweiz in Basel mit 4:1 gegen Italien. 1994 schied sie in Washington 0:3 gegen Spanien aus.

Die besten Resultate der Schweiz waren die Qualifikation für die WM-Viertelfinals 1934, 1938 und 1954.

Die Schweizer Spieler haben seit Beginn der WM 110'000 Franken an Prämien erhalten. Der Sieg gegen die Ukraine hätte zusätzlich 85'000 Fr. gebracht.

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