Bekannteste "Schweizerin" Tina Turner ist 65

Lacher an der Jubiläumsfeier von SF DRS 2003 (rechts Tina Turner, links Lebenspartner Erwin Bach). Keystone

Vor vier Jahren hat sie den Rückzug ins Privatleben angekündigt. Demnächst steht die 65-jährige Rock-Ikone vor der Kamera: als indische Göttin Shakti.

Dieser Inhalt wurde am 25. November 2004 - 11:13 publiziert

Seit 17 Jahren lebt die in Tennessee geborene Sängerin und gläubige Buddhistin mit ihrem Partner, dem Produzenten Erwin Bach in Zürich und Südfrankreich.

Tina Turner ist wieder da. Rechtzeitig vor ihrem 65. Geburtstag am Freitag hat Amerikas "Queen of Rock" eine neue Rolle übernommen: Demnächst steht sie als die indische Göttin Shakti für einen Kinofilm vor der Kamera.

Dabei hatte die Diva mit der Löwenmähne vor vier Jahren auf ihrer "letzten Tournee" ihren Rückzug ins Privatleben angekündigt.

Inzwischen hat sie mit "All The Best!" ein neues Greatest-Hits-Album veröffentlicht, das drei bisher unveröffentlichte Songs enthält. Der Film "The Goddess" unter der Regie von Ismail Merchant und James Ivory soll 2005 fertig werden.

Sex-Ikone und Buddhistin

Die "schönsten Beine in der Geschichte der Menschheit", für die ein Kritiker Tina Turner einst bejubelte, dürften auf der Leinwand allerdings kaum zu sehen sein.

Hindu-Organisationen hatten nach Bekanntgabe des Filmprojekts kritisiert, dass die Sex-Ikone Turner eigentlich nicht für die Rolle einer Heiligen geeignet sei.

An der Religiosität der Sängerin besteht indes kein Zweifel. Seit 25 Jahren ist sie praktizierende Buddhistin. Ihre Hochachtung für den Hinduismus versicherte sie der Zeitung "Indian Express".

"Ich identifiziere mich mit der Energie von Shakti." Und der Zeitschrift "Outlook India" sagte sie: "Ich möchte das Spirituelle einatmen, ich glaube an die Mythen und ich werde mich in diese Rolle vertiefen."

50 Jahre Show-Geschäft

Seit 17 Jahren lebt die Rock-Queen mit dem deutschen Musikproduzenten Erwin Bach in Zürich und Südfrankreich. Über ihn sagte sie einmal: "Egal, wo er hingeht, ich werde mit ihm gehen."

An ihrem Geburtstag kann sie auf rund 50 Jahre im Showgeschäft zurückblicken.

1939 als Anna Mae Bullock in Nutbush (US-Bundesstaat Tennessee) geboren, begann ihre wechselhafte Karriere in der Rhythm & Blues-Szene in St. Louis.

Dort traf die bildschöne Frau afroamerikanischer und indianischer Abstammung den acht Jahre älteren Gitarristen Ike Turner, den sie wenig später heiratete.

Durchbruch dank den Rolling Stones

"Fool In Love", die erste Single, die Ike und Tina gemeinsam aufnahmen, stürmte 1960 die US-Hitparaden. Mit dem Song "River Deep Mountain High", den Phil Spector 1966 für Tina Turner komponierte, gelang ihr der weltweite Durchbruch.

Doch erst als das Duo 1969 im Vorprogramm der Rolling Stones auftrat, eroberte es auch das weisse Publikum. Da hatten Ike und Tina Turner bereits etliche Alben und Singles veröffentlicht.

Der Erfolg des Duos wurde nur zu oft durch die Drogensucht, Untreue und Brutalität des Ehemanns überschattet. Die Trennung kam jedoch erst nach vielen Jahren.

Flucht nach Schlägen von Ehemann Ike

Nachdem sie am 2. Juli 1976 in einem Hotelzimmer in Dallas von ihrem Mann zusammengeschlagen wurde, massierte sie ihn noch einmal wie gewohnt in den Schlaf.

Dann stieg Tina Turner mit ihren beiden Söhnen in den weissen Cadillac, den Sammy Davis Jr. ihr einst geschenkt hatte, und gab Gas. In der Tasche hatte sie nur noch 36 Cents und eine Tankkreditkarte.

Bei der Scheidung verzichtete die Sängerin auf Unterhalt und alle Rechte an der gemeinsamen Musik. Ende der 70-er hatte sie eine halbe Million Dollar Schulden und lebte von Sozialhilfe.

Von David Bowie wiederentdeckt

Erst 1984 wurde sie bei einem Auftritt in der New Yorker Discothek "Ritz" von der Plattenfirma Capitol/Emi nach einem gezielten Tipp von David Bowie wiederentdeckt.

Noch im selben Jahr bekam sie für ihre Comeback-LP "Privat Dancer" vier Grammys und spielte an der Seite von Mel Gibson die Rolle der Aunt Entity im Film "Mad Max Beyond Thunderdome".

Mit einem Buch und einem ihrer grössten Hits – "What's Love Got To Do With It?", - rechnete Turner später mit ihrem Ehemann ab, der ihr das Leben zur Hölle gemacht hatte.

swissinfo und Diana Zinkler (dpa)

In Kürze

Mitte der 60er-Jahre gab Tina Turner jährlich 270 Konzerte: Das war die "Hölle auf Erden".

Damals wurde sie an der Seite ihres Ehemanns Ike Turner berühmt.

"River Deep Mountain High" war ihr erster Song unter eigenem Namen.

1984 veröffentlichte sie "What's Love Got To Do With It?", ihr erster Nr.1-Hit.

Seither wird sie als sie als Königin des Rock gefeiert.

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