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Die Versprechen an die "eiserne Lady Liberias"

Ellen Johnson-Sirleaf und Moritz Leuenberger in Bern vor den Medien. Keystone

Liberias neue Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf ist von den Bundesräten Moritz Leuenberger und Micheline Calmy-Rey in Bern empfangen worden.

Dieser Inhalt wurde am 07. März 2006 - 17:35 publiziert

Walter Fust, oberster Schweizer Entwicklungshelfer, wird nach Liberia reisen, um abzuklären, welche Hilfe am dringendsten gefragt ist.

Die Schweiz hilft dem kriegsversehrten Liberia bei seinem Weg zurück in die Normalität. Diese Zusage machte Bundespräsident Leuenberger der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf am Dienstag bei ihrem Besuch in Bern. Walter Fust, Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des Bundes (DEZA) wird demnächst vor Ort die Bedürfnisse abklären.

Die erste afrikanische Präsidentin traf ferner mit Aussenministerin Micheline Calmy-Rey zusammen. Im Gespräch mit Calmy-Rey wurden mögliche Schwerpunkte der künftigen Schweizer Hilfe erörtert. Dazu gehören das Gesundheits- und Schulwesen sowie die Verkehrsinfrastruktur, wie Jean-Philippe Jeannerat, Sprecher des Aussenministeriums, erklärte.

Vor dem Arbeitsessen mit Calmy-Rey traf sich die 67-jährige Präsidentin des westafrikanischen Landes mit Bundespräsident Leuenberger. Dieser sicherte ihr die volle Unterstützung der Schweiz zu, unter anderem auch bei der Rückkehrhilfe für Vertriebene und Flüchtlinge. Dafür setzt die Schweiz derzeit jährlich rund 4 Mio. Franken ein.

Furchtlose Präsidentin

Nach 14 Jahren Bürgerkrieg haben für Johnson-Sirleaf die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Ausbildung oberste Priorität. Es sei wichtig, den früheren Kämpfern die Wiedereingliederung zu ermöglichen.

Die UNO-Truppen müssten aber noch einige Jahre stationiert bleiben. Erst dann könne Liberia selber für seine Sicherheit sorgen.

Sie sprach sich für einen Ausbau der bilateralen Beziehungen mit der Schweiz aus. Die Schweiz sei ein starker Partner, betonte die frühere Weltbank-Expertin. Die Schweiz leistete in Liberia in den letzten zehn Jahren humanitäre Hilfe im Umfang von rund 25 Mio. Franken.

Leuenberger bezeichnete seinen Gast als furchtlose Person, die während Jahren unter schwierigsten Bedingungen in Liberia tätig gewesen sei. Diese Furchtlosigkeit sei nun ein wichtiges Symbol für die Hoffnung und den Wiederaufbau in Liberia.

Konten-Sperre und Sanktionen

Johnson-Sirleafs Amtsvorgänger Charles Taylor hinterliess ein Land in Trümmern mit einer traumatisierten Bevölkerung. Taylor ist in Liberias Nachbarland Sierra Leone vor einem UNO-Tribunal wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Er lebt seit seinem Sturz im August 2003 im Exil in Nigeria.

Spuren der Machenschaften Taylors hatten auch in die Schweiz geführt. Die Schweiz schloss sich den UNO-Sanktionen gegen Liberia an und verbietet unter anderem die Ausfuhr von Rüstungsgütern und die Einfuhr von Rohdiamanten.

Gegen eine Reihe von Unternehmen und Personen, darunter Taylor selbst und Mitglieder seines Clans sowie der früheren Regierung, sind Finanzsanktionen sowie Einreisesperren verhängt worden.

Zwischenzeitlich waren rund 6 Mio. Franken aus dem Umfeld Taylors auf Schweizer Konten gesperrt worden. Die Sperre musste später mangels Beweisen aufgehoben werden.

Heute gebe es keinen Verdacht für solche Gelder in der Schweiz, sagte Moritz Leuenberger. Sie werde sich für das Auffinden unterschlagener Gelder aus der Zeit Taylors einsetzen, ergänzte Johnson-Sirleaf.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Schweiz hat Liberia in den letzten zehn Jahren mit 25 Mio. Franken unterstützt. Im Vordergrund stand die Kinderhilfe.

Liberias Budget beträgt jährlich 4 Mio. Franken.

Die Schweiz koordiniert ihre Hilfsprogramme seit Oktober 2001 von einem Büro in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones, aus.

Teile der Schweizer Gelder fliessen in Projekte von UNO-Agenturen (Flüchtlinge und Ernährung) sowie ans Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK).

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Fakten

Liberias Bevölkerung zählt 3,6 Mio. Einwohner.
Die Lebenserwartung der Männer ist 41 Jahre, diejenige der Frauen 43 Jahre.
Analphabetismus und Arbeitslosigkeit betragen laut UNO je rund 80%.
Die wichtigsten Exportgüter sind Diamanten, Eisen, Gummi, Tropenholz, Kaffee und Kakao.
Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt 110 Dollar pro Jahr.

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