Entführter Israeli in Beirut gekidnappt

Die radikal-islamische Hisbollah-Miliz hat einen israelischen Geschäfts-Mann entführt. Allerdings nicht wie ursprünglich vermutet in der Schweiz, sondern in Libanon. Dies gab Hisbollah-Generalsekretär Scheich Hassan Nasrallah bekannt.

Dieser Inhalt wurde am 16. Oktober 2000 - 08:51 publiziert

Der von der Schiiten-Miliz Hisbollah entführte Israeli ist nach Hisbollah-Angaben in Beirut und nicht im Ausland gekidnappt worden. Er war mit einem gefälschten Pass von Brüssel nach Libanon gereist.

Der Entführte sei ein Agent des israelischen Auslands-Geheimdienstes Mossad, sagte Nasrallah am Montag (16.10.) in Beirut. Der Entführte habe versucht, ihre Reihen zu unterwandern und einen Auftrag gegen den Hisbollah auszuführen. "Es ist unser Recht, ihn auf unserem Boden festzunehmen."

Keine Entführung in der Schweiz

"Es gab keine Entführung in der Schweiz oder anderswo", sagte Nasrallah und dementierte damit israelische Informationen, wonach der 54-Jährige in Lausanne entführt worden war. Der Mann sei aus Brüssel kommend mit einem falschen Pass in Libanon eingereist, fügte Nasrallah hinzu, ohne jedoch ein Datum zu nennen.

Nasrallah hatte die Gefangennahme eines israelischen Offiziers am Sonntag mitgeteilt, ohne Ort und Zeitpunkt zu nennen. Israel identifizierte ihn als Elhanan Tannenbaum, einen Reserve-Offizier und Geschäftsmann, der seit zehn Tagen als vermisst galt.

Gemäss dem israelischen Radio war er in der Schweiz entführt worden. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) konnte diese Information jedoch weder bestätigen noch dementieren.

swissinfo und Agenturen

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