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Erstmals wieder über 150'000 Arbeitslose

Eine Arbeitslose im Gespräch mit einem Berater.

(Keystone)

Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz steigt weiter an. Ende Oktober waren 151'259 Arbeitslose bei den Arbeitsämtern gemeldet. Das sind 4571 mehr als im Monat September.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft verweist auf saisonale Gründe und erwartet 2004 eine Trendwende.

Ende Oktober waren in der Schweiz 151'259 Arbeitslose eingeschrieben, 4571 mehr als im Vormonat, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 3,7 auf 3,8 Prozent .

Die Zahl der offenen Stellen ging um 331 auf 7844 zurück. 2365 Arbeitslose wurden im Oktober ausgesteuert und verloren ihr Recht auf Entschädigung.

Keine Überraschung

Die Verantwortlichen beim Bund zeigten sich über den neuen Anstieg nicht überrascht. Die Zunahme liege am unteren Ende der Erwartungen, sagte Jean-Luc Nordmann, Direktor Arbeit im seco. Die Zunahme sei grösstenteils auf saisonale Gründe zurückzuführen; das konjunkturelle Element habe sich weniger niedergeschlagen als befürchtet.

An der im Vormonat nach unten korrigierten Jahresprognose könne festgehalten werden. Demnach wird für das ganze Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von 147'000 gerechnet, was einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent entspricht. Nordmann rechnet noch mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit bis Januar oder Februar, dann erwartet er die Trendwende.

Stabilisierung Mitte 2004



Gleiches ist von Janwillem Acket, Chefökonom der Bank Julius Bär in Zürich, zu hören: "Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich weniger stark als wir es erwartet hatten. Wir nehmen deshalb unsere Prognose von 4% für das Jahr 2004 zurück. Auch wenn der weitere Anstieg der Arbeitslosigkeit schockiert, die Prognosen sind leicht besser als unsere Erwartungen."

Eine Trendwende bei der Arbeitslosigkeit erwartet Acket aber erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2004. "Der Aufschwung wird Anfang 2004 einsetzen. Es wird aber rund sechs Monate dauern, bis sich die Arbeitslosenquote stabilisiert und hoffentlich dann auch wieder zurück geht."

Ältere Arbeitnehmer am stärksten betroffen

Am stärksten von der Zunahme betroffen war im Berichtsmonat die Altersgruppe der über 50-Jährigen. Die Zahl der Arbeitslosen stieg hier um 3,3 Prozent, während die Jugendarbeitslosigkeit um 2,9 Prozent zunahm. Erfreulich ist laut Nordmann, dass weniger Lehrlinge und Schüler als arbeitslos eingeschrieben waren als im Vormonat. Dies zeige, dass die Integrations-Massnahmen des Bundes fruchteten.

Bei den Langzeitarbeitslosen setzte sich die kontinuierliche Steigerung fort. Ihre Zahl stieg um fast fünf Prozent auf 26'629. Der Blick auf die Sprachregionen zeigt eine deutlichere Zunahme der Arbeitslosen in der Westschweiz und im Tessin. Insgesamt hatten 23 der 26 Kantone steigende Arbeitslosenzahlen zu verkraften, wobei die Tourismuskantone Wallis, Graubünden und Tessin besonders stark betroffen waren.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Arbeitslosenquoten:
Kanton Genf 6,7% (höchste der Schweiz)
Kanton Zürich 4,7% (höchste der Deutschschweiz)
Kanton Tessin 4,2%
Kanton Uri 1,1% (tiefste der Schweiz)

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