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Gegen Intoleranz und Antisemitismus

Bundesrat Pascal Couchepin zwischen Rolf Bloch (links) und SIG-Präsident Alfred Donath in Baden.

(swissinfo.ch)

In aargauischen Baden, am Ort seiner Gründung, hat der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) sein 100. Jubiläum gefeiert – mit viel Prominenz.

Bundesrat Pascal Couchepin rief zur gemeinsamen Bekämpfung von Intoleranz und Antisemitismus auf.

Zahlreich waren die Gäste in die Trafo-Halle am Brown Boveri Platz in Baden geströmt, unter ihnen viele prominente Gäste: Zugegen waren Innenminister Pascal Couchepin, alt Bundesrätin Ruth Dreifuss, der frühere SIG-Präsident Rolf Bloch.

Geladen waren auch Vertreter der drei Landeskirchen, des Islams sowie der Armee.

Gemeinsame Sache der Toleranz

Innenminister Couchepin überbrachte dem SIG die Glückwünsche des Bundesrates und outete sich als treuer Leser des "Tachles", einer jüdischen Zeitschrift.

"Ihr seid eine kleine Gemeinde, aber ihr repräsentiert vieles", betonte der Bundesrat. Couchepin kam auch auf das Schächtverbot zu sprechen, das in der Schweiz noch immer im Gesetz verankert ist und vor 100 Jahren der Hauptgrund für die Gründung des SIG gewesen war.

Pascal Couchepin rief die Anwesenden zur gemeinsamen Bekämpfung von Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus auf sowie zu einer weiteren konstruktiven Zusammenarbeit.



Auch SIG-Präsident Alfred Donath kam in seiner Eröffnungsrede auf den Antisemitismus zu sprechen, der noch immer nicht verschwunden sei. "Heute ist sich die Regierung dessen bewusst und bereit, dagegen zu kämpfen, wofür wir sehr dankbar sind."

Gut integriert und emanzipiert

Donath zeichnete ein positives Bild des jüdischen Lebens in der Schweiz: Die Juden fühlten sich wohl hier und hätten sich perfekt integriert. "Wenn sie es wünschen, haben sie die Möglichkeit, ihr 'Anderssein' vollumfänglich auszuleben."

Was Jüdischsein bedeutet, zeigt eine Publikation, die zum 100-Jahr-Jubiläum des SIG publiziert wurde.

"Jüdische Lebenswelt Schweiz – vie et culture juives en Suisse" dokumentiert in über 30 Beiträgen von über 30 jüdischen und nicht-jüdischen Autorinnen und Autoren, wie vielseitig und bunt die jüdische Religion und Kultur gelebt wird.

Im umfangreichen Werk werden historische, politische, kulturelle, religiöse Fragen und gesellschaftliche Themen behandelt. Es geht um die Vergangenheit und um Zeitfragen, um Identität und Rechte.

So viele Juden – so viele Definitionen von Jüdischsein

Einblicke in den Alltag der hiesigen Juden liefert das Werk weniger. Umso mehr tut dies der Dokumentarfilm "Members of the Family" von Irene Loebell, der extra zum Jubiläum in Auftrag gegeben wurde und in Baden seine Premiere hatte.

Der Film macht uns auf humorvolle und offene Weise bekannt mit vier sehr unterschiedlichen Menschen. Wir haben Einblick in ihren Alltag, sehen, wie sie ihr Jüdischsein gestalten, was sie stört, was ihnen wichtig ist.

Rund 400 Leute waren nach Baden gekommen, um den runden Geburtstag des SIG, des politischen Sprachrohrs der Juden, mitzufeiern. Dass die Feier unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattfand, schien die Leute nicht zu stören.

"Wir haben uns daran gewöhnt, dass unsere Einrichtungen streng bewacht werden müssen", hatte SIG-Vizepräsident im Vorfeld des Jubiläums gegenüber swissinfo erklärt.

swissinfo, Gaby Ochsenbein, Baden

Fakten

Der SIG wurde am 27. November 1904 in Baden gegründet.
Er vertritt 18 jüdische Gemeinden mit insgesamt rund 18'000 Mitgliedern.

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In Kürze

"Jüdische Lebenswelt Schweiz - Vie et culture juives en Suisse" ist im Chronos-Verlag erschienen.

Der Film "Members of the Family" wurde an der Jubiläums-Delegierten-Versammlung in Baden uraufgeführt.

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