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Burgunder und Alemannen Ein 7000 Jahre alter "Graben"

Zwei Kulturen seit der Steinzeit. Links Tongefässe aus der Westschweiz, rechts zwei Krüge aus der Ostschweiz.

(KAAG)

Der Unterschied zwischen dem Nordosten und dem Südwesten der Schweiz bestehe seit 7000 Jahren, als neue Populationen eingewandert seien, sagt Laurent Flutsch, Direktor des Römermuseums Lausanne-Vidy, im Interview.

"Die ersten Bewohner erreichen das Schweizer Mittelland einerseits über die Donau- und die Rheinebene, andererseits über das Rhonetal. Irgendwo dazwischen begegnen sie sich, werden sesshaft, und ihre Lebensweise verändert sich während langer Zeit nicht mehr bedeutend.

401 verlassen die Römer die Schweiz und ziehen sich in Gebiete südlich der Alpen zurück. Dabei hinterlassen sie eine stark latinisierte gallo-römische Bevölkerung.

443 setzen sie in der Region Genfersee das kleine Volk der Burgunder ein; Germanen, die seit langer Zeit Verbündete und Untertanen Roms sind. Diese nehmen nach ihrer Ankunft in einer stark latinisierten Gegend die dortige Sprache an.

Zwischen Rhone und Rhein

Um 600 bis 700 überschreiten die Alemannen (unter fränkischer Herrschaft) den Rhein und lassen sich in der heutigen Deutschschweiz nieder, wo die Erinnerung an die Römer verblasst ist.

Hier geschieht das Gegenteil: Viel zahlreicher als die 25'000 "assimilierten" Burgunder, zwingen die Alemannen der lokalen Bevölkerung ihre Sprache auf. Bis auf einige Details existiert die aktuelle Sprachgrenze also seit dem 8. Jahrhundert.

Im Mittelalter ist die Schweiz stark zerstückelt, religiöse Konflikte flammen auf. Ab dem 13. Jahrhundert entsteht Schritt für Schritt die zukünftige Schweiz von 1848.

Zu jenem Zeitpunkt kommt es zu einem bedeutenden Konflikt: Als sich der Bundesstaat für eine Einheitswährung entscheiden muss, hat er die Wahl zwischen dem germanischen Gulden und dem Franken aus den französischsprachigen Gebieten. Weil letzterer mit seinem Dezimalsystem bequemer ist, entscheidet man sich für diesen.

Der grösste Konflikt bricht allerdings während des I. Weltkriegs aus, zwischen pro-französischen Romands und germanophilen Deutschschweizern. Der Pfarrer Eduard Blocher (Grossvater des gegenwärtigen Anti-Europa-Stimmungsmachers der politischen Rechten, Christoph Blocher), bekannt als Bewunderer Bismarcks, wollte, dass sich die Deutschschweiz dem Deutschen Reich anschliesst. Es fehlte nicht viel, und die Schweiz wäre auseinandergebrochen."


(Übertragen aus dem Französischen: Christian Raaflaub), swissinfo.ch

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