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Geldstrafe für vorgetäuschten Neonazi-Überfall

Ein vorgetäuschter Überfall durch angebliche Neonazis in Zürich kommt eine 27-jährigeBrasilianerin teuer zu stehen. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte sie am Mittwoch wegen Irreführung der Justiz zu einer Geldstrafe von 10'800 Franken.

Dieser Inhalt wurde am 16. Dezember 2009 - 18:01 publiziert

Der Fall der in der Schweiz arbeitenden Juristin hatte Anfang Februar für Schlagzeilen gesorgt. Sie hatte sich bei einem Bahnhof in Zürich mit einem Messer Schnittwunden am ganzen Körper zugefügt. Der Polizei erzählte sie, drei Neonazis hätte sie überfallen und misshandelt. Sie habe dadurch auch noch ihre ungeborenen Zwillinge verloren.

Im Zuge der Ermittlungen gab die Frau zu, dass die Geschichte erfunden war. Auch eine Schwangerschaft hatte zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht bestanden. Die Frau hatte offenbar im Alleingang gehandelt -ihr Schweizer Freund hatte laut Ermittlungen nichts davon gewusst.

Die Verteidigung hatte geltend gemacht, dass die 27-Jährige an einer chronischen Krankheit leide. Diese könne eine Schädigung des zentralen Nervensystems verursachen, was Verwirrtheitszustände auslösen könne. Seine Mandantin könne zeitweise "Realität und Irrealität" nicht von einander unterscheiden. Die Angeklagte sagte, sie könne sich an nichts erinnern.

Die SVP spricht in Zusammenhang mit dem Prozess von einem "absurden Schauprozess". Die Frau hätte laut der Kantonalzürcher SVP schon längstens nach Brasilien ausgeschafft werden müssen. Sie hätte in ihrem Heimatland ebenso gut medizinisch behandelt werden können.

swissinfo.ch und Agenturen

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