Öffentliche Pokerturniere nur im Casino

Nur Casinos dürfen öffentliche Pokerturniere der Variante "Texas Hold'em" durchführen. Das Bundesgericht hat dem Schweizer Casino Verband Recht gegeben und private Veranstalter ausgeschlossen.

Dieser Inhalt wurde am 02. Juni 2010 - 09:09 publiziert

Das Bundesgericht findet, dass beim Pokern das Glück die Geschicklichkeit überwiege. Mit seinem Entscheid widerspricht das Bundesgericht der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) und dem Bundesverwaltungsgericht. Die beiden Instanzen hatten die Ansicht vertreten, dass beim Poker "Texas Hold'em" die Geschicklichkeit für den Erfolg überwiege.

Das Bundesverwaltungsgericht war bei seinem Urteil im vergangenen Sommer zum Schluss gekommen, dass es im Verlauf eines mehrstündigen Turniers mehr als blosses Glück brauche, um auf einen Gewinnplatz zu kommen. Gefragt seien vor allem mathematische Kenntnisse, Taktik, Psychologie und nicht zuletzt Bluffen und Schauspielerei.

Laut Bundesgericht kann ein Turnierteilnehmer mit diesen Fähigkeiten den Ausgang des Spiels zwar in einem gewissen Mass zu seinen Gunsten beeinflussen. Indessen würden keine definitiven wissenschaftlichen Daten dazu bestehen, ob diese Geschicklichkeitselemente den Zufall tatsächlich überwiegen würden.

Auch die von der ESBK durchgeführten Test-Spielreihen könnten nicht belegen, dass dem Geschick entscheidende Bedeutung zukomme.

Zu diesem Schluss seien auch die deutschen und österreichischen Gerichte gekommen. Zu beachten sei weiter, dass eine Öffnung von Pokerturnieren für private Anbieter ausserhalb von Casinos mit den Zielen der Spielbankengesetzgebung kaum vereinbar wäre.

Der Gesetzgeber habe beabsichtigt, das Glücksspiel insgesamt zu erfassen und auf die Casinos zu konzentrieren. Damit sollte ein sicherer überwachter Spielbetrieb gewährleistet, sowie der organisierten Kriminalität, der Geldwäscherei und den sozial schädlichen Auswirkungen des Spielbetriebs vorgebeugt werden.

Schliesslich stellt das Urteil klar, dass Pokerturniere im Familien- und Freundeskreis auch mit Geldeinsatz zulässig bleiben.

swissinfo.ch und Agenturen

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