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Schwarze Liste für pädophile Priester?

Der Einsiedler Abt Martin Werlen fordert ein zentrales Register in Rom für pädophile Priester. Der Präsident der Bischofskonferenz, Norbert Brunner, will weder eine Liste pädophiler Priester noch dass die Kirche selbst Anzeige gegen Täter erstattet.

Nach Bekanntwerden neuer Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche - der letzte Fall kam am Sonntag aus und betrifft einen Mönch des Klosters Disentis - fordert der Einsiedler Abt Martin Werlen die Schaffung einer Liste in Rom, in der angezeigte Kirchenleute registriert würden.

"Bei einem Stellenwechsel in eine andere Diözese wo auch immer auf der Welt könnte sich ein Bischof erkundigen, ob etwas Gravierendes vorliegt", sagt Werlen im Interview mit dem SonntagsBlick.

Werlen will seinen Vorschlag der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) vortragen.

Es sei "Sache jedes einzelnen Bistums, vor einer Anstellung abzuklären, ob eine Person die fachlichen und moralischen Voraussetzungen erfüllt", sagt hingegen der Präsident der Bischofskonferenz, Norbert Brunner im Interview mit Le Matin Dimanche .

Die Missbrauchsfälle würden nicht systematisch durch die Kirche bei den zivilen Strafverfolgungsbehörden zur Anzeige gebracht, sagt der höchste Katholik der Schweiz. Wenn ein Bischof oder ein Priester von einem Missbrauch erfahre, müsse er den Täter dazu auffordern, sich selbst anzuzeigen. In sehr schweren Fällen könne es sein, dass die Kirche selbst Anzeige erstatte, wenn das Opfer einverstanden sei.

In Brunners Augen trägt in erster Linie der Täter die Verantwortung für sein Vergehen, nicht die Kirche, wie er in der NZZ am Sonntag sagte. "Ich habe Mühe damit, wenn sich die Kirche als Institution für die Tat eines anderen bei den Opfern entschuldigen soll." Wichtig sei, dass ein Bischof solche Fälle echt bedauere - "und das tue ich".

swissinfo.ch und Agenturen


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